Balearen

Unternehmer in Palma festgenommen: Arbeiterin auf Yacht vier Monate ausgebeutet

Die Policía Nacional hat in Palma einen Unternehmer festgenommen. Eine an Bord beschäftigte Frau wirft ihm Ausbeutung, Misshandlungen und die Zahlung von nur 480 Euro für vier Monate Arbeit vor.

Die Policía Nacional hat am 11. Oktober 2026 in Palma einen Unternehmer festgenommen. Ihm werden Verstöße gegen die Rechte von Arbeitnehmern und Körperverletzung zum Nachteil einer Frau vorgeworfen, die an Bord einer Yacht Wartungs- und Servicetätigkeiten verrichtete. Die Ermittlungen führt das Grupo I der Einheit gegen Schleuserkriminalität und Urkundendelikte (UCRIF), nachdem die Betroffene Anzeige erstattet hatte.

Nach dem von der Polizei wiedergegebenen Bericht der Frau hielt sie sich vier Monate durchgehend an Bord auf und arbeitete als Matrosin und als Stewardess. Für diese Zeit habe ihr ein Lohn von rund 17.500 Euro zugestanden; tatsächlich habe sie aber nur 480 Euro erhalten. Sie schildert degradierende Behandlung, Phasen von Hunger, körperliche Übergriffe und extrem lange Arbeitszeiten mit sehr wenig Schlaf. Eine ärztlich dokumentierte Kohlenmonoxidvergiftung während des Einsatzes habe vorübergehend zu einer teilweisen Schwerhörigkeit geführt.

Die Ermittler verweisen zudem auf Unregelmäßigkeiten beim Schiffsbetrieb und in den Unterlagen: Das automatische Identifikationssystem AIS der Yacht sei zeitweise ausgeschaltet gewesen. Außerdem habe es Mängel bei Besatzungslisten und Grenzformalitäten gegeben. Der Festgenommene wurde den zuständigen Behörden überstellt; zu Haft- oder weiteren Verfahrensentscheidungen lagen am Sonntag zunächst keine Angaben vor.

Die Polizei spricht von einem mutmaßlichen Fall von Ausbeutung und Verletzung von Arbeitnehmerrechten; die Schilderungen der Betroffenen sind als solche gekennzeichnet. Ob und in welchem Umfang Straftatbestände erfüllt sind, ist Gegenstand des laufenden Verfahrens.

Auf den Balearen ermittelt die UCRIF seit Längerem in Fällen mutmaßlicher Ausbeutung in maritimen Arbeitsverhältnissen und bei Saisonkräften. Fachleute aus dem Arbeitsrecht und Beratungsstellen sehen auf privaten Yachten besondere Vollzugsdefizite: Vorschriften zur Registrierung von Crewmitgliedern und zur technischen Überwachung ließen sich dort schwerer kontrollieren als in regulären Hafen- oder Charterbetrieben. Der aktuelle Fall rückt diese Problembereiche erneut in den Fokus, ohne dass daraus bereits Rückschlüsse auf die Schuld des Festgenommenen gezogen werden können.

Fakten, Zuschreibungen, Prognosen: Die Festnahme erfolgte am 11. Oktober 2026 in Palma; die UCRIF ermittelt. Vorwürfe und gesundheitliche Folgen beruhen auf der Anzeige der Frau und Angaben der Policía Nacional. Über weitere Maßnahmen der Justiz ist bislang nichts bekannt.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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