Gesellschaft

Unbefristeter Bildungsstreik in Madrid startet mit Blockaden und Polizeieinsatz

In Madrid hat ein unbefristeter Streik im öffentlichen Bildungswesen begonnen. Laut CCOO lag die Beteiligung am ersten Tag bei rund 70 Prozent; es kam zu einem kurzen Verkehrsblock auf dem Paseo de la Castellana…

In der Comunidad de Madrid hat am Mittwoch ein unbefristeter Streik im öffentlichen Bildungswesen begonnen. Nach Angaben der Gewerkschaft CCOO beteiligten sich am ersten Tag zahlreiche Lehrkräfte, Studierende und Familien; die Beteiligung bezifferte die Organisation vorläufig auf rund 70 Prozent. Viele Schulen meldeten eingeschränkten Betrieb, in einzelnen Einrichtungen sicherten lediglich die von der Verwaltung angeordneten servicios mínimos den Grundbetrieb.

Schon am Morgen gab es vor Schulzentren Piquetes mit Informationsaktionen. Auf dem Paseo de la Castellana wurde der Verkehr zur Hauptverkehrszeit kurzzeitig gestoppt. Später versammelten sich Hunderte Lehrkräfte und Studierende an der Puerta del Sol, um gegen die Bildungspolitik der Regionalregierung zu protestieren und höhere Investitionen, mehr Personal, kleinere Klassen und bessere Bezahlung zu fordern. Die Consejería de Educación hatte im Vorfeld betont, die servicios mínimos zu gewährleisten; Vertreter der Regionalregierung erklärten, man stehe in regelmäßigem Austausch mit den Gewerkschaften.

Der schwerwiegendste Vorfall des Tages ereignete sich auf dem Campus der Universidad Complutense in der Ciudad Universitaria. Dort kam es zu einem Polizeieinsatz gegen Gruppen von Studierenden. Behörden und Medien meldeten mehrere Festnahmen und Verletzte. Die Delegación del Gobierno kündigte eine Prüfung der eingesetzten Maßnahmen an und verwies zugleich auf gemeldete Angriffe auf Einsatzkräfte. Die Universitätsleitung erklärte, sie habe die Präsenz der Polizei auf dem Gelände nicht veranlasst. Zu den Abläufen laufen Ermittlungen.

Die Streikenden verweisen auf seit Jahren ungeklärte strukturelle Probleme im öffentlichen Bildungswesen Madrids. Neben CCOO und UGT beteiligen sich kleinere Gewerkschaften sowie Plattformen aus der frühkindlichen Bildung und der Berufsausbildung. Adimad, der Verband leitender Lehrkräfte an öffentlichen Sekundarschulen, berichtete von einem höheren Streikzuspruch als bei früheren Ausständen, verzichtete jedoch auf eine eigene Quote.

Unmittelbare Folgen des unbefristeten Ausstands sind zusätzliche Belastungen für Familien und punktuelle Störungen im Stadtverkehr. Beobachter erwarten, dass der Druck auf die Regionalregierung zunimmt, je länger der Arbeitskampf andauert. Konkrete Zusagen über nächste Verhandlungsrunden oder ein mögliches Ende der Streikmaßnahmen liegen offiziell nicht vor; beide Seiten verweisen auf laufende Gespräche. Fest steht, dass die nächsten Tage zeigen werden, ob das hohe Anfangsniveau der Beteiligung gehalten werden kann und ob die Comunidad de Madrid mit weiteren Zusagen reagiert.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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