Eine neue Umfrage der Gewerkschaft STEPV zum Beginn des Schuljahres 2026/27 meldet erhebliche organisatorische und infrastrukturelle Defizite an öffentlichen Schulen in der Comunitat Valenciana. Nach Angaben der Erhebung, an der mehr als 200 Zentren teilnahmen, sind Stellenpläne zum Start vielfach unvollständig. Besonders in der Educación Secundaria y Bachillerato berichten 57,6 Prozent der befragten Schulen von fehlenden Lehrkräften. Nahezu acht von zehn Sekundarzentren geben zudem an, trotz steigender Schülerzahlen keine zusätzlichen Verstärkungen erhalten zu haben.
Neben Lücken im Kollegium kritisieren Schulleitungen Verzögerungen beim Dienstantritt des Personal de Administración y Servicios (PAS). Als drittes Hauptproblem nennen sie unzureichende Maßnahmen gegen Hitze in Klassenräumen. Die von der Generalitat Valenciana angekündigten Mittel und der bestehende Fahrplan zur Klimatisierung würden vielerorts weder den aktuellen Temperaturen noch dem kurzfristigen Bedarf entsprechen, so die Gewerkschaft. Mehrere Zentren berichten laut Umfrage weiterhin von Unterricht unter schwierigen thermischen Bedingungen.
Die Conselleria d’Educació verweist darauf, dass Sofortmaßnahmen und langfristige Programme anlaufen. Dazu zählen nach Behördenangaben zusätzliche Mittel für besonders belastete Schulen sowie der schrittweise Ausbau fester Lösungen zur Kühlung und Belüftung. Zudem wurde ein Plan mit Prioritätenlisten und Etappen kommuniziert, der unter dem Namen Plan Edu Clima geführt wird. Ob diese Schritte die kurzfristigen Engpässe beim Personal und die Hitzebelastung ausreichend abfedern, bleibt zwischen Behörde und Gewerkschaft umstritten.
STEPV verortet die Probleme als strukturell: wiederkehrende Vakanzen zu Schuljahresbeginn, verspätete Besetzungen von Funktionsstellen und ein überlasteter administrativer Ablauf führten zu Unterrichtsausfall, Kurszusammenlegungen und improvisierten Raumlösungen. In der Umfrage wird zudem eine wachsende Belastung der Schulleitungen hervorgehoben, die zwischen Personalorganisation, Elternkommunikation und Ad-hoc-Maßnahmen zur Raumkühlung vermitteln müssen.
Politisch erhöht die Lage den Druck auf die Comunitat Valenciana, Transparenz über Zeitpläne, Finanzvolumen und messbare Zwischenziele der Klimatisierungsmaßnahmen herzustellen und Stellennachbesetzungen zu beschleunigen. Die Gewerkschaft kündigt an, die Entwicklung in den kommenden Wochen zu beobachten und bei ausbleibender Besserung weitere Schritte zu prüfen. Zugleich betont die Conselleria d’Educació, man setze die Maßnahmen fort und passe sie im Dialog mit den Trägern und Sozialpartnern an. Klar zu trennen sind dabei die belegten Befunde der Erhebung, die Darstellungen der zuständigen Behörde und die von beiden Seiten formulierten Erwartungen für die nächsten Wochen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).