Gesundheit

Über 1.200 Gesundheitsfachkräfte fordern verbindliche Maßnahmen der Europäischen Union gegen Hitze

Ein am 5. November 2026 veröffentlichter offener Brief von Fachleuten aus 27 Ländern verlangt einen europäischen Aktionsplan, Notfallstrukturen und Finanzierung zum Schutz vor gesundheitlichen Folgen extremer Hitze. Spanien zählt zu den besonders betroffenen Staaten.

Mehr als 1.200 Ärztinnen, Pflegende, Forschende und weitere Gesundheitsfachkräfte aus 27 europäischen Ländern fordern in einem am 5. November veröffentlichten offenen Brief verbindliche Maßnahmen der Europäischen Union gegen die gesundheitlichen Folgen extremer Hitze. Die Unterzeichnenden richten sich an die Europäische Kommission und das Europäische Parlament und verlangen einen europaweiten Aktionsplan, klare Mindeststandards und gezielte Finanzmittel, um Todesfälle und Erkrankungen bei Hitzewellen zu verringern. Initiator ist der europäische Knoten der Planetary Health Alliance.

Die Verfasserinnen und Verfasser kritisieren die bisherige, überwiegend freiwillige und zersplitterte Politik. Gefordert werden eine operative Notfallreaktion für Hitzeereignisse, ein verbindlicher europäischer Aktionsplan „Heat and Health“ mit Investitionen in Kliniken, Pflegeheime, Schulen und kritische Infrastruktur, der Abbau von Schutzlücken für Beschäftigte – insbesondere im Freien – sowie Maßnahmen, die für gefährdete Gruppen sichere Innentemperaturen gewährleisten. Es gehe darum, wissenschaftliche Erkenntnisse in unmittelbar wirksame Schutzmaßnahmen zu übersetzen und diese rechtlich abzusichern.

Aus Spanien kommt prominente Unterstützung. Josep Maria Antó, Forschungsprofessor am Institut für Globale Gesundheit Barcelona (ISGlobal), bewertet die bisherigen nationalen und europäischen Initiativen als unzureichend, um die hohe hitzebedingte Sterblichkeit zu verhindern. Nach spanischen Medienberichten verzeichnete Spanien im Sommer 2026 mehr als 5.000 zusätzliche Todesfälle im Zusammenhang mit extremer Hitze. Der Copernicus Climate Change Service belegt, dass der Sommer 2026 in Westeuropa außergewöhnlich heiß verlief, mit deutlich erhöhter Gesundheitsbelastung.

Politisch erhöht der Vorstoß den Druck auf die Institutionen der Europäischen Union. Sollten Kommission und Parlament zentrale Forderungen in Rechtsakte überführen, müssten Mitgliedstaaten Mindeststandards harmonisieren und in bauliche, organisatorische und personelle Vorkehrungen investieren. Kurzfristig wären höhere Ausgaben im Gesundheits- und Arbeitsschutz wahrscheinlich; langfristig könnte eine systematische Vorsorge die hitzebedingte Mortalität senken und das Gesundheitswesen entlasten. Der offene Brief formuliert Forderungen der Fachwelt; Entscheidungen der europäischen Gesetzgeber stehen noch aus.

Für Spanien, das in den vergangenen Jahren wiederholt von intensiven Hitzewellen betroffen war, wären klare Vorgaben zur Vorsorge in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, zum baulichen Hitzeschutz in Schulen und zum Arbeitsschutz im Freien unmittelbar relevant. Barcelona und andere Städte haben zwar Hitzepläne aufgelegt, doch die Unterzeichnenden verweisen darauf, dass ohne verbindliche europäische Leitplanken und Finanzierungslinien Schutzlücken bestehen bleiben.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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