Der durchschnittliche jährliche Transportaufwand spanischer Haushalte lag 2025 bei 4.020 Euro. Gegenüber 2015 (3.158 Euro) ist das ein Plus von gut 27 Prozent in zehn Jahren. Das geht aus dem am 15. Oktober 2026 veröffentlichten Bericht El precio de moverse. El transporte como factor de desigualdad en España der EAE Business School hervor. Trotz des Anstiegs bleibt der Anteil des Transports am Haushaltsbudget laut Studie bei rund 11,5 Prozent stabil.
Die Autoren verorten die Belastung jedoch sehr ungleich: In ländlichen Gemeinden mit geringer Bevölkerungsdichte dominieren das Auto und längere Wege, während in Großstädten der öffentliche Nahverkehr stärker genutzt wird. Dadurch fallen außerhalb urbaner Zentren höhere direkte Kosten für Kraftstoff, Wartung und Parken an. Nach Einschätzung der Studie frisst dies mögliche Wohnkostenvorteile im Umland oftmals wieder auf und erhöht das Risiko von Mobilitätsarmut – also der Situation, in der hohe Wegkosten den Zugang zu Arbeit, Bildung und Gesundheitsangeboten begrenzen.
Der Bericht betont, dass Transportausgaben ein zentraler Treiber sozialer und territorialer Ungleichheit in Spanien sind. Haushalte mit niedrigem Einkommen und in peripheren Lagen sind besonders verwundbar, weil sie seltener auf zuverlässigen öffentlichen Verkehr zurückgreifen können und Preisspitzen bei Energie und Dienstleistungen sie überproportional treffen. Die Ergebnisse fügen sich in frühere Analysen des Ministerio de Transportes ein, das 2025 die regionale Verteilung von Mobilitätsarmut und deren Ursachen systematisch dargestellt hat.
Als politische Optionen nennt die EAE Business School: den Ausbau von Takt, Fläche und Verknüpfung im öffentlichen Nahverkehr abseits der Metropolen; gezielte Sozialtarife für einkommensschwache Haushalte; und eine Raumordnung, die Wohnen, Arbeit und Dienstleistungen näher zusammenführt. Zusätzlich empfehlen die Autoren Tarifintegration zwischen Verkehrsträgern, Investitionen in digitale und physische Anschlüsse letzter Meile sowie Maßnahmen zur Kostentransparenz bei Kraftstoffen, Versicherungen und Wartung. Die Studie verweist darauf, dass solche Eingriffe die Verteilungswirkungen der Mobilität direkt beeinflussen und auf kommunaler, regionaler und staatlicher Ebene koordiniert werden müssen.
Die EAE Business School, die zum Netzwerk Planeta Formación y Universidades gehört, stützt sich in ihrem Bericht auf Haushaltsumfragen, Preisreihen und territoriale Indikatoren. Die Zahlen für 2025 stehen für eine abgeschlossene Periode; Prognosen werden getrennt von den berichteten Befunden behandelt. Entscheidend sei, so die Autoren, dass Maßnahmen zur Senkung der Mobilitätskosten vor allem dort ansetzen, wo die Abhängigkeit vom Auto am größten ist.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).