Die Abfallgesellschaft Tirme hat Vorwürfe zurückgewiesen, sie erziele „stratosphärische“ Gewinne. Das Unternehmen verteidigte am 7. Oktober seine Methode zur Überprüfung und Anpassung der Gebühren und bekräftigte den Wunsch, die Konzession auf Mallorca fortzuführen. Zugleich stellte Tirme eine weitere Zusammenarbeit mit dem Consell de Mallorca in Aussicht.
Hintergrund ist ein Prüfbericht der Intervención General des Consell de Mallorca, dessen Schlussfassung nach Angaben der Inselverwaltung aus Juli 2026 stammt. Diese interne Kontrolle hatte die Konzession als „desfavorable“ bewertet und die geltende Tarifformel kritisch beurteilt. In den Verwaltungsunterlagen ist von strukturellen Unwuchten die Rede, die die öffentlichen Interessen beeinträchtigten. Politische Gruppen wie MÉS per Mallorca und die sozialdemokratische PSIB verlangten daraufhin seit August eine sofortige Überprüfung der Konzession und warnten vor zusätzlichen Ausgaben.
Strittig ist vor allem eine außerordentliche Zuweisung von rund 41 Millionen Euro, die der Consell de Mallorca für Tirme vorbereitete. Kritiker bemängeln fehlende Begründungen und eine unklare Rechtsgrundlage. Tirme entgegnet, die Gebührenanpassungen folgten vertraglich vereinbarten Mechanismen und begründeten Forderungen gegenüber der öffentlichen Hand. Konkrete neue Vertragsdetails oder Gewinnzahlen nannte das Unternehmen in seiner Erklärung nicht.
Der Consell de Mallorca verweist in Beschluss- und Haushaltsdokumenten darauf, seit 2023 mehrfach außerordentliche Maßnahmen zur Stabilisierung der Tariflasten beschlossen zu haben. Nach der jüngsten Kontroverse kündigte die Inselverwaltung an, die Tariffestsetzung für 2026 neu zu verhandeln und eine zusätzliche Wirtschaftsprüfung einzuholen. Das Parlament der Balearen lehnte im September Anträge ab, die Sindicatura de Cuentas mit einer externen Prüfung der Tirme-Tarife zu beauftragen; mehrere Fraktionen behalten sich jedoch weitere politische Schritte vor.
Fest steht, dass der interne Prüfbericht des Consell de Mallorca der jetzigen Debatte den unmittelbaren Anlass gab und dass Tirme öffentlich gegen den Eindruck außergewöhnlicher Renditen antritt. Offene Punkte betreffen die endgültige Bewertung der Tarifformel, die Rechtmäßigkeit und Angemessenheit der geplanten Sonderzuweisungen sowie mögliche Anpassungen der Konzessionsbedingungen. Ob die angekündigten Verhandlungen und Prüfungen zu Vertragsänderungen, finanziellen Korrekturen oder Rechtsstreitigkeiten führen, ist gegenwärtig nicht absehbar und hängt von den noch ausstehenden Beschlüssen und Audit-Ergebnissen ab.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).