Baskenland

Tierschutzorganisation kritisiert Rabatte für Minderjährige bei Stierkämpfen in Donostia

Die Fundación Franz Weber verurteilt Preisnachlässe für bis zu 17-Jährige bei Corridas in Donostia als „aberrant“ und verweist auf Empfehlungen des UN-Ausschusses für die Rechte des Kindes.

Die Fundación Franz Weber hat die an Minderjährige gerichteten Rabattaktionen für Stierkämpfe in Donostia scharf kritisiert. Die internationale Tierschutzorganisation spricht von einer „aberranten“ Praxis, weil damit gezielt Personen bis 17 Jahre zu Veranstaltungen mit realer Gewalt gegen Tiere angesprochen würden. Die Angebote stehen im Zusammenhang mit der Aste Nagusia, der städtischen Festwoche in San Sebastián.

Aus Sicht der Stiftung normalisieren solche Werbeaktionen Brutalität gegenüber Tieren in den Augen von Kindern und Jugendlichen. Sie verweist dabei auf Empfehlungen des UN-Ausschusses für die Rechte des Kindes, der wiederholt auf Risiken für das Kindeswohl im Kontext von Stierkämpfen hingewiesen hat. Die Organisation kritisiert zudem Begleitumstände in Arenen wie öffentliches Rauchen und Alkoholkonsum, die Fragen des Jugendschutzes aufwerfen.

In der Arena Illunbe sind im Rahmen der Festwoche mehrere Corridas angekündigt. Organisiert werden sie vom Unternehmen BMF Toros. Nach Angaben lokaler Medien und der Stiftung umfassen die Verkaufsangebote Ermäßigungen für unter 18-Jährige. Die konkrete Ausgestaltung der Rabatte verantwortet der private Veranstalter; eine gesonderte Information der Stadt zu diesen Konditionen liegt bislang nicht vor.

Rechtlich sind Stierkämpfe in Spanien zulässig. Gleichwohl steht die Tradition seit Jahren in der öffentlichen Debatte, auch in Euskadi. Bürgerinitiativen und Tierschutzverbände fordern insbesondere Einschränkungen bei der Ansprache Minderjähriger oder deren Ausschluss von Stierkampfveranstaltungen. Befürworter verweisen hingegen auf kulturelles Erbe und lokale Wertschöpfung während großer Feste wie der Aste Nagusia.

Gesichert ist, dass in San Sebastián Stierkämpfe Teil des Festprogramms sind und die Fundación Franz Weber öffentlich gegen Rabattangebote für Minderjährige protestiert. Der Vorwurf der „Normalisierung“ von Gewalt und die Kritik an Tabak- und Alkoholkonsum in der Arena sind Zuschreibungen der Organisation. Ob die Rabatte die Zahl minderjähriger Besucher tatsächlich erhöhen oder Einstellungen in der Bevölkerung verändern, bleibt offen und bedarf weiterer empirischer Nachweise. Kurzfristig ist mit politischen Debatten auf kommunaler Ebene zu rechnen, etwa über Werbebeschränkungen, Jugendschutzauflagen oder Informationskampagnen, die auf die Hinweise internationaler Kinderrechtsgremien aufmerksam machen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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