Andalusien

Studie: In neun andalusischen Messstationen bleibt PM10 auch ohne Saharastaub über dem Europäische Union-Jahresziel

Analyse der Universität Huelva (2021–2023) zeigt: Selbst nach Abzug des natürlichen Wüstenstaubs überschreiten neun von 21 untersuchten Stationen in Andalusien den für 2030 festgelegten EU-Jahresgrenzwert von 20 µg/m³ für PM10.

Kurzmeldung

Eine wissenschaftliche Auswertung der Universidad de Huelva, basierend auf Proben aus den Jahren 2021 bis 2023, kommt zu dem Ergebnis, dass in Andalusien neun von 21 untersuchten Messstationen die für das Jahr 2030 von der Europäischen Union vorgesehenen 20 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) für PM10 überschreiten – selbst nachdem der Beitrag von natürlichem Saharastaub rechnerisch abgezogen wurde. Die Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Environmental Pollution, untersuchte nicht nur die Konzentration des Partikelmaterials, sondern bestimmte mittels chemischer Analysen auch die Herkunftsanteile, sodass zwischen natürlichen Quellen (wie mineralischem Staub und Meersalz) und anthropogenen Quellen (wie Verbrennung, Verkehr und Industrie) unterschieden werden kann.

Vor der Korrektur für Saharastaub lagen 18 der 21 Stationen oberhalb des 20-µg/m³-Referenzwerts; nach der Bereinigung verbleiben neun problematische Standorte. Zu den angegebenen Messpunkten gehören Alcalá de Guadaíra, Villanueva del Arzobispo, die verkehrsnahe Station Torneo in Sevilla sowie weitere Messstationen in Granada und Moguer. Die Forscherinnen und Forscher schätzen, dass für die betroffenen Stationen die erforderlichen Reduktionen der anthropogenen Beiträge je nach Standort zwischen rund fünf Prozent und etwa fünfzig Prozent liegen müssten, um den Zielwert zu erreichen.

Als wichtigste menschliche Quelle identifiziert die Arbeit die Verbrennung; in städtischen Verkehrsschwerpunkten dominiert der Beitrag durch Fahrzeugverkehr und mechanischen Abrieb. Die Autorinnen und Autoren betonen, dass punktuelle Episoden mit starkem Saharastaub die jährlichen Mittelwerte nicht vollständig erklären und dass gezielte lokale Maßnahmen nötig sind. Für Verkehrsbereiche schlagen sie kurzfristig wirksame Maßnahmen zur Verringerung von Abgasen und Abrieb vor; in Industriegebieten werden emissionsarme Verfahren und verbessertes Staubmanagement empfohlen.

Die regionalen Luftqualitätsberichte der Junta de Andalucía bestätigen grundsätzlich die räumlich unterschiedliche Belastungssituation, liefern aber nicht dieselbe Aufschlüsselung der Quellenanteile. Die Studie liefert daher eine detailliertere Grundlage für Priorisierung technischer Minderungsmaßnahmen, ohne politische Entscheidungen vorzuschreiben. Meteorologie und episodische Transporte bleiben als Einflussfaktoren deutlich sichtbar.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk