Wirtschaft

Studie: Flughafenausbau verteuert Mieten in Spanien – Tourismusinseln besonders betroffen

Ein von Transport & Environment beauftragtes Gutachten der New Economics Foundation prognostiziert im Schnitt 217 Euro höhere Jahresmieten in Spanien binnen fünf Jahren – mit stärkeren Effekten auf Balearen und Kanaren.

Ein neues Gutachten der New Economics Foundation im Auftrag von Transport & Environment schätzt, dass der erwartete Zuwachs des Luftverkehrs die durchschnittlichen Mieten in Spanien in den kommenden fünf Jahren um rund 217 Euro pro Jahr erhöhen dürfte. Besonders betroffen seien stark touristisch geprägte Regionen wie die Balearen und die Kanaren. Die Autorinnen und Autoren verbinden die Prognose mit einer politischen Empfehlung: geplante Flughafenerweiterungen auszusetzen und Tourismus- wie Verkehrspolitik neu zu justieren.

Die Analyse wertet verfügbare Daten zu Flugangebot, Touristenzahlen und Wohnungsmarktindikatoren aus und modelliert, wie zusätzliche Ankünfte die Nachfrage nach Mietwohnungen verstärken. Der genannte Betrag entspricht im Mittel etwa 18 Euro pro Monat; regional können die Effekte laut Studie erheblich darüber liegen. NEF-Ökonom Alex Chapman verweist gegenüber elDiario.es darauf, dass in besonders nachfragestarken Küsten- und Inselgebieten stärkere Ausschläge zu erwarten sind, während Regionen mit geringerer touristischer Dynamik weniger betroffen wären. Es handelt sich um Projektionen, deren Eintreten von Verkehrsaufkommen, Regulierung und lokaler Bautätigkeit abhängt.

Der Bericht fällt in eine Phase angespannter Debatten über die Tragfähigkeit des Massentourismus. Aena treibt laut elDiario.es ein Investitionsprogramm von rund 13 Milliarden Euro zum Ausbau des spanischen Flughafennetzes voran. Zugleich waren spanische Flughäfen in diesem Sommer vielfach am Limit, und in Mallorca gab es nach Medienberichten die größte Protestaktion gegen Massentourismus seit Jahren. Vor diesem Hintergrund richtet sich die Studie explizit an Entscheidungsträgerinnen und -träger in Spanien.

Verteilungspolitisch argumentiert die NEF, dass Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Anbieter kurzfristiger Vermietungen von steigenden Touristenzahlen überproportional profitieren, während Mieterhaushalte mit niedrigeren Einkommen die höheren Wohnkosten tragen. Transport & Environment fordert daher ein Moratorium für Flughafenausbauten und empfiehlt flankierende Maßnahmen auf dem Wohnungsmarkt, darunter eine strengere Regulierung von Ferienvermietungen und eine Ausweitung des leistbaren Wohnungsangebots.

Methodische Grenzen bleiben: Die Schätzungen bilden Durchschnitts- und Szenarioeffekte ab; lokale Märkte können deutlich abweichen. Die tatsächliche Entwicklung hängt von politischen Eingriffen, Investitionsentscheidungen und künftigen Reisebewegungen ab. Für konkrete Eingriffe vor Ort empfehlen die Autorinnen und Autoren zusätzliche Prüfungen durch staatliche Stellen und unabhängige Statistik- und Marktbeobachtung, um regionale Unterschiede belastbar zu erfassen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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