Kastilien und León

Streik beim Notruf 112 in Kastilien und León beginnt in Valladolid

Die Belegschaft des Notrufs 112 in Kastilien und León hat in Valladolid eine unbefristete Arbeitsniederlegung begonnen. Auslöser sind Streit um ein 2022 vereinbartes Arbeitsabkommen und festgelegte Mindestdienste der Regionalregierung.

Mehr als 60 Beschäftigte des Notrufs 112 in Kastilien und León haben am Freitag, 6. November 2026, in Valladolid ihre angekündigte unbefristete Arbeitsniederlegung aufgenommen. Zum Auftakt versammelten sie sich vor der Zentrale am Paseo Hospital Militar. Auf Transparenten war zu lesen: „Las emergencias no son un negocio. 112 privado, 112 precario“ sowie „Lo público no se vende“. Der aktuelle Anlass ist nach Darstellung der Belegschaft das ausbleibende Einhalten eines 2022 geschlossenen Arbeitsabkommens durch die Betreiberfirma Ilunion Emergencias.

Der Sekretär des Betriebsrats, David Calleja, erklärte, seit Juli habe es drei Mediationsrunden beim Servicio de Relaciones Laborales der Junta de Castilla y León gegeben – ohne Einigung. Die Arbeitnehmerseite wirft Ilunion Emergencias vor, das Abkommen aufgekündigt zu haben, obwohl es turnusgemäß Ende des Jahres ausläuft und bislang automatisch verlängert worden sei. Kernforderung ist die Umsetzung der sogenannten jornada antiestrés, die Rotationen im Dienstplan vorsieht. Weitere Streitpunkte betreffen Arbeitszeiten, Personalrotationen und die Stabilität von Verträgen in einem ausgelagerten öffentlichen Dienst.

Die Junta de Castilla y León legte für den Streiktag servicios mínimos fest. Nach den Vorgaben müssen zentrale Funktionen, insbesondere die durchgehende telefonische Notfallannahme, vollständig abgesichert bleiben; die konkrete Schichtbesetzung verantwortet das Unternehmen. Die entsprechende Anordnung wurde nach regionalen Medienberichten im Boletín Oficial de Castilla y León veröffentlicht. Über die Umsetzung der Mindestvorgaben am ersten Streiktag lagen zunächst keine übereinstimmenden Angaben vor.

Die Arbeitnehmervertretung kündigte an, so lange weiter zu mobilisieren, bis ihre Forderungen erfüllt sind. Vorgesehen sind zusätzliche Ausstände an den ersten Freitagen jedes Monats. Die Unternehmensseite äußerte sich zu den Vorwürfen und zum Fortgang der Verhandlungen zunächst nicht öffentlich. Auch über neue Gespräche zwischen Ilunion Emergencias und dem Betriebsrat wurde bis Redaktionsschluss nichts bekannt.

Nach Gewerkschaftsangaben endet die aktuelle Vereinbarung Ende 2026. Die Beschäftigten argumentieren, ohne eine verlässliche Umsetzung der jornada antiestrés würde der hohe psychische und organisatorische Druck im 112-Betrieb nicht ausreichend abgefedert. Ob und wann es zu einer Wiederaufnahme der Vermittlungsgespräche beim Servicio de Relaciones Laborales kommt, ist offen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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