Wirtschaft

Spanische Regierung warnt vor Strompreis- und Kohlendioxid-Anstieg durch Rechenzentren

Die Regierung hat am 5. November 2026 die Memoria zum Entwurf eines Real Decreto an den Consejo de Estado geschickt. Die Analyse warnt: Ein Rechenzentrums-Ausbau auf 10 Gigawatt bis 2030 würde den Betrieb von…

Die spanische Regierung hat die Memoria del análisis de impacto normativo zum Entwurf eines Real Decreto über Anforderungen an Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit, Resilienz und digitale Souveränität für Rechenzentren am 5. November 2026 dem Consejo de Estado übermittelt. Die Analyse vergleicht ein Szenario mit 10 Gigawatt installierter Rechenzentrumsleistung im Jahr 2030 mit einem Referenzszenario von 1 Gigawatt. Ergebnis laut Memoria: Der Betrieb von Kombikraftwerken würde um 107 Prozent zunehmen, die variablen Gesamterzeugungskosten um 200 Prozent steigen und die CO2‑Emissionen um 65 Prozent höher ausfallen.

Erstellt wurde die Memoria unter Koordination des Ministerio para la Transición Ecológica y el Reto Demográfico (MITECO) gemeinsam mit den Ressorts für Wirtschaft sowie für digitale Transformation. Sie betont, die Effekte hingen wesentlich von Annahmen ab: Entscheidend seien zusätzliche erneuerbare Erzeugung, der Ausbau von Speichern und Netzanschlüssen sowie das stündliche Nachfrageprofil großer Rechenzentren. Ohne flankierenden Ausbau könne eine abrupte Nachfragezunahme unerwünschte Folgen für Strompreise und Emissionen haben.

Die Regierung begründet die geplanten Vorgaben mit dem Ziel, den Ausbau der digitalen Infrastruktur geordnet zu steuern und Verdrängungseffekte gegenüber industriellen, gewerblichen und privaten Verbrauchern zu vermeiden. Diskutiert werden etwa Anforderungen an Energieeffizienz, an die Nutzung erneuerbarer Energien und an die Bereitstellung von Flexibilität, um Lastspitzen zu dämpfen.

Aus der Branche kommen zugleich deutliche Einwände. Verbände und Betreiber kritisieren den Entwurf als schwer umsetzbar und bemängeln rechtliche Unsicherheiten. Sie warnen vor Standortnachteilen für Spanien und verweisen auf laufende Projekte, die durch neue Auflagen verzögert oder verteuert werden könnten. Aussagen über mögliche Anpassungen des Entwurfs bleiben der weiteren Beratung vorbehalten; zunächst prüft der Consejo de Estado die Vorlage.

Politisch steht damit eine Abwägung an: Entweder wird der beschleunigte Ausbau von Rechenzentren eng an zusätzliche Investitionen in Erneuerbare und Speicher gekoppelt, oder – folgt man der Memoria – drohen bis 2030 spürbare Preis- und Emissionswirkungen. Konkrete Zeitpläne für die endgültige Fassung des Real Decreto nennt die Regierung bislang nicht.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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