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Spanien wirbt in Brüssel für flexibles Made in Europe, um China-Investitionen zu halten

Spanien hat in Brüssel ein stufenweises Made-in-Europe-Modell vorgelegt. Es soll Drittstaaten in ausgewählten Sektoren Zugang zu Vergünstigungen lassen und zugleich die Reindustrialisierung in Europa stützen.

Spanien hat am 24. September 2026 in Brüssel ein flexibleres Modell für die Herkunftsregeln des Made in Europe präsentiert. Industrie- und Tourismusminister Jordi Hereu plädierte im Rat für Wettbewerbsfähigkeit für einen stufenweisen Ansatz, der den Zugang zu öffentlichen Aufträgen und Beihilfen nicht allein an starre Schwellen der Wertschöpfung in Europa knüpft. Ziel ist, Investitionen – ausdrücklich auch aus China – in Schlüsselindustrien wie Automobil und Batterieproduktion zu sichern und zugleich die industrielle Basis in der Europäischen Union zu stärken.

Der Vorschlag Spaniens sieht ein mehrschichtiges System vor: Im Kern stünde die Produktion in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union. In einer zweiten Ebene könnten der Europäische Wirtschaftsraum und definierte Partner einbezogen werden. Eine dritte Ebene würde Staaten mit enger Anbindung über Handels- oder Kooperationsabkommen erfassen. Entscheidend wäre, dass Projekte in bestimmten Sektoren trotz global verflochtener Lieferketten die Kriterien ausreichender Wertschöpfung und gegenseitiger Verflechtung erfüllen, um Zugang zu Präferenzen zu behalten.

Hereu begründete den Vorstoß mit der Notwendigkeit, die Reindustrialisierung Europas voranzutreiben, ohne kurzfristig wichtige Kapitalzuflüsse abzuschneiden. Spanien positioniert sich damit zwischen weitergehenden protektionistischen Forderungen und einer offenen Investitionsstrategie. Aus Regierungskreisen heißt es, ein sektorspezifischer Rahmen gebe Brüssel die Möglichkeit, besonders sensible Bereiche stärker zu schützen und zugleich dort flexibel zu bleiben, wo internationale Arbeitsteilung unverzichtbar ist.

Hintergrund ist die Debatte über neue Industrie- und Beschaffungsregeln der Europäischen Kommission. Diskutiert werden Präferenzmechanismen zugunsten europäischer Anbieter und konkrete Mindestanteile der in Europa erbrachten Wertschöpfung als Zugangsvoraussetzung. Industrieverbände – insbesondere aus der Automobilbranche – warnen vor zu rigiden Schwellen, die Lieferketten zerschneiden, Kosten erhöhen und Investitionen verlagern könnten. Befürworter strengerer Vorgaben verweisen dagegen auf die Notwendigkeit, strategische Abhängigkeiten zu reduzieren und heimische Kapazitäten aufzubauen.

Über den spanischen Vorschlag berät nun der Rat im weiteren Gesetzgebungsverfahren. Ob und in welcher Form die mehrstufige Ausgestaltung übernommen wird, hängt von den Verhandlungen über zulässige Ausnahmen und verbindliche Prozentwerte ab. Für Spanien sind die industriepolitischen Weichenstellungen unmittelbar relevant: Mehrere große Projekte mit möglicher Beteiligung chinesischer Unternehmen stehen in der Pipeline und könnten von klaren, aber nicht übermäßig restriktiven Regeln profitieren.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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