Das spanische Ministerio de Sanidad lässt im Zusammenhang mit einem bestätigten Fall des Andes-Hantavirus derzeit sechs enge Kontaktpersonen überwachen. Alle bleiben nach Behördenangaben symptomfrei und befinden sich in häuslicher Quarantäne. Das geht aus einem Lagebericht des Centro de Coordinación de Alertas y Emergencias Sanitarias (CCAES) mit Stichtag 10. August 2026 hervor. Das unmittelbare Risiko für die Allgemeinbevölkerung stuft das Ministerium als „extrem niedrig“ ein.
Beim Indexfall handelt es sich um einen Staatsbürger mit französisch-argentinischer Herkunft, der nach Behördenangaben in der zweiten Julihälfte durch Frankreich reiste und anschließend in Spanien isoliert wurde. Der Erreger wurde als Andes-Hantavirus identifiziert, eine in Südamerika zirkulierende Variante, für die seltene Mensch-zu-Mensch-Übertragungen beschrieben sind. Die Behörden betonen, dass solche Übertragungen vor allem bei engem und längerem Kontakt vorkommen und insgesamt ungewöhnlich bleiben.
Zwei der überwachten Personen waren laut Bericht am 18. Juli gemeinsam mit dem Betroffenen im Flug Santiago de Chile–Madrid unterwegs. Sie werden von den Gesundheitsbehörden in Castilla y León beziehungsweise in der Comunidad de Madrid betreut. Zwei weitere Kontaktpersonen befanden sich am 19. Juli auf der Strecke Madrid–Bordeaux im selben Flugzeug; deren Meldung ging über die zuständigen französischen Behörden ein. Diese Kontakte halten ihre Quarantäne in Katalonien ein. Für die genannten Kontaktpersonen waren zum Zeitpunkt des Berichts mikrobiologische Tests zur weiteren Abklärung noch ausstehend; die Untersuchungen erfolgen gemäß dem in Spanien gültigen Protokoll zum Umgang mit Hantavirus-Fällen und deren Kontakten.
Das Andes-Hantavirus wird in der Regel über Kontakt zu infizierten Nagetieren oder deren Ausscheidungen übertragen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind beim Andes-Virus auch Mensch-zu-Mensch-Übertragungen dokumentiert, vor allem in häuslichen Settings und bei engem Kontakt, wenngleich sie selten bleiben. Infektionen können zu einem schweren hantavirusbedingten Lungenbild führen. In Spanien beschränken sich die aktuellen Maßnahmen auf die Nachverfolgung und engmaschige Beobachtung der identifizierten Kontakte sowie auf die Laborabklärung möglicher Infektionen. Die zuständigen Behörden aktualisieren ihre Lageberichte fortlaufend, sobald neue Untersuchungsergebnisse vorliegen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).