Spaniens Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung hat am 22. Oktober Alarmbereitschaft wegen des Shamonda-Virus ausgerufen und zugleich zur Ruhe aufgerufen. Das Ressort von Luis Planas erklärte, man verfolge die Lage eng und stehe in ständigem Austausch mit Frankreich, den autonomen Gemeinschaften und den Gesundheitsbehörden. Anlass ist die Bestätigung Frankreichs, dass ein Patient mit schwerer Immunschwäche, bei dem das Shamonda-Virus nachgewiesen wurde, gestorben ist. Die französischen Behörden betonen, dass bislang kein allgemeines Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung festgestellt wurde; Untersuchungen zu Ursache und möglichem Übertragungsweg laufen.
Das Ministerio de Agricultura verweist darauf, dass das Virus seit September in spanischen Rinderbeständen nachgewiesen wird. Bestätigte Tierausbrüche wurden unter anderem aus Cantabria, Girona, Ávila und Madrid gemeldet. Betroffen sind vor allem Milchkühe; das klinische Bild umfasst Fieber, Abfall der Milchleistung sowie vereinzelt Fruchtbarkeitsstörungen. Laut Fachbehörden erfolgt die Übertragung durch stechende Culicoides-Mücken, eine direkte Ansteckung von Tier zu Tier gilt als unwahrscheinlich. Für den Menschen war das Virus bislang nicht als Erreger klinischer Erkrankungen beschrieben; der nun aus Frankreich berichtete Fall wird von wissenschaftlichen Einrichtungen validiert und bewertet.
Das Ministerium (kurz: MAPA) betont, dass es sich um eine Tierseuche handelt, für die in Spanien bereits ein Überwachungs- und Meldeprogramm läuft. Diagnosen werden über die staatlichen Referenzlabore bestätigt, Betriebe werden angehalten, verdächtige Symptome rasch zu melden, und es gelten Hygienemaßnahmen zur Vektorkontrolle. Handelsbeschränkungen innerhalb Spaniens seien derzeit nicht eingeführt; jede weitere Maßnahme hänge von der epidemiologischen Entwicklung und europäischen Vorgaben ab.
Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) ordnet den Fall in Frankreich als ersten bekannten Nachweis einer Infektion beim Menschen ein und empfiehlt, die tierärztliche und entomologische Überwachung fortzuführen. Für die Allgemeinbevölkerung wird das Risiko weiterhin als sehr gering eingestuft. Für beruflich exponierte Gruppen wie Tierärztinnen und Tierärzte oder Beschäftigte in Rinderbetrieben raten die Behörden zu konsequentem Mückenschutz und zur Beachtung betrieblicher Biosicherheitsregeln.
Spanien will die Lageberichte fortlaufend aktualisieren. MAPA verweist darauf, dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse – insbesondere zur klinischen Relevanz beim Menschen – zeitnah in die Risikobewertung und in etwaige Anpassungen von Maßnahmen einfließen.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).