Spanien treibt den Aufbau eines nationalen Datenknotens für die Krebsforschung voran. Das Ministerium für Wissenschaft, Innovation und Universitäten und das Instituto de Salud Carlos III haben am 23. September 2026 den Nodo Nacional de Datos en Cáncer vorgestellt. Ziel ist es, klinische, epidemiologische, genomische, multiomische, bildgebende und pathologische Daten sowie Informationen zum Therapieansprechen sicher zu bündeln, interoperabel zu gestalten und für die Forschung wiederverwendbar bereitzustellen.
Der Datenknoten entsteht im Rahmen der Infrastruktur IMPaCT für Präzisionsmedizin und geht aus dem Programm IMPaCT-Data hervor. Nach Angaben des Ministeriums wird die Initiative wissenschaftlich und technisch gemeinsam vom Centro Nacional de Investigaciones Oncológicas, dem Bereich Krebs des Centro de Investigación Biomédica en Red (CIBER-ISCIII) und dem Barcelona Supercomputing Center – Centro Nacional de Supercomputación getragen. Das Projekt befindet sich in einer frühen Phase; verbindliche Zeitpläne für die schrittweise Inbetriebnahme liegen bislang nicht vor.
Als Leitlinie dient das FAIR-Prinzip (findable, accessible, interoperable, reusable) für Daten und Software. Der Datenknoten soll mit dem geplanten Europäischen Datenraum für Gesundheit kompatibel sein. Das Konzept greift Erfahrungen aus dem EU-Projekt EOSC4Cancer auf, das vom Barcelona Supercomputing Center koordiniert wird und mehr als zwanzig europäische Organisationen einbindet. Angesprochen sind Forschungseinrichtungen, Krankenhäuser, nationale und internationale Projekte, Behörden sowie Patientenorganisationen, die ihre Datensammlungen schrittweise integrieren sollen.
Die Regierung erwartet, dass koordinierter Datenzugang Analysezeiten verkürzt und mögliche Entdeckungen zu neuen Therapieansätzen beschleunigt. Zugleich soll ein sicheres Umfeld für den Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten geschaffen werden. Fachmedien berichteten am Tag der Ankündigung über die namentliche Einbindung des Centro Nacional de Investigaciones Oncológicas, von CIBER-ISCIII und des Barcelona Supercomputing Center sowie über die Verankerung in IMPaCT-Data.
Offen bleibt die konkrete Governance des Datenknotens, darunter Zuständigkeiten und Entscheidungswege, ebenso detaillierte Regelungen zu Datenschutz und Datenhoheit der beitragenden Einrichtungen. Unklar sind zudem die langfristige Finanzierung und der Fahrplan mit überprüfbaren Meilensteinen, etwa zur Zahl zunächst integrierter Datensätze oder zur Anbindung spezifischer Kliniken. Diese Punkte sind für die wissenschaftliche Nutzbarkeit und das Vertrauen von Kliniken und Patientenorganisationen wesentlich und bedürfen präziser Festlegungen durch die beteiligten Institutionen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).