Das Ministerio de Vivienda y Agenda Urbana hat am 17. September 2026 die amtlichen Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht. Danach erreicht der landesweite durchschnittliche Quadratmeterpreis für Kaufwohnungen einen nominalen Höchststand. Zugleich liegen in elf autonomen Gemeinschaften die aktuellen Werte über den Spitzen der Jahre 2007 und 2008. Das Instituto Nacional de Estadística bestätigte am selben Tag in seiner Quartalsmitteilung neue nominale Höchststände in mehreren Regionen, bei zugleich etwas verlangsamter Jahresdynamik.
Als treibende Regionen nennt die amtliche Auswertung deutliche Zuwächse in Kantabrien, der Comunitat Valenciana und in Madrid; Madrid verzeichnet zudem die höchsten absoluten Preise. Der veröffentlichte Verlauf zeigt eine anhaltende Aufwärtsbewegung seit 2021, unterbrochen nur von kurzen Phasen schwächerer Dynamik. Die Zahlen beziehen sich auf die spanische Bewertungsstatistik („valor tasado“) und sind daher mit der Preismessung des Instituto Nacional de Estadística methodisch nicht identisch, zeichnen aber übereinstimmend ein Bild steigender Marktniveaus.
Die Behörden verweisen zugleich auf den Unterschied zwischen nominalen und inflationsbereinigten Werten: Real, also preisbereinigt, liegen die durchschnittlichen Quadratmeterpreise laut Ministerium weiterhin unter den Höchstständen der vorherigen Immobilienblase. Diese Einordnung soll Überzeichnungen vermeiden, ändert aber nichts daran, dass für Haushalte mit mittleren und niedrigen Einkommen die Erschwinglichkeit weiter sinkt.
Hintergrund ist ein strukturelles Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Die Bautätigkeit blieb lange hinter dem Bedarf zurück, die Baukosten stiegen, verfügbares Bauland ist knapp und die Binnenmigration in größere Städte hält an. Zusätzlich dämpfen höhere Finanzierungskosten den Zugang zu Wohneigentum für Erstkäufer. Regional fallen die Effekte unterschiedlich aus: Wirtschafts- und Bevölkerungszentren wie Madrid treiben die Durchschnittswerte, während periphere Gebiete geringere Niveaus, aber teils ähnlich hohe prozentuale Zuwächse melden.
Politisch rückt damit das im Staatsanzeiger veröffentlichte Plan Estatal de Vivienda 2026–2030 erneut in den Fokus. Es sieht Förderlinien für Neubau und Sanierung, Ausweitung des öffentlichen Wohnungsbestands und Erleichterungen für die Bereitstellung von Bauland vor. Zudem stehen Instrumente wie die Ausweisung von „zonas de mercado tensionado“ zur Debatte, die Mieten und Preise in besonders belasteten Gebieten dämpfen sollen. Ob diese Maßnahmen kurzfristig wirken, ist offen; für das laufende Jahr rechnen Behörden mit anhaltender, aber moderater Preissteigerung. Für eine Trendumkehr wären ein höheres Neubauvolumen und eine spürbare Entspannung bei Kosten und Finanzierung nötig.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).