Der spanische Ministerrat hat am 20. Oktober 2026 ein neues Estatuto del Estudiantado Universitario verabschiedet. Der von Ministerpräsident Pedro Sánchez geleitete Consejo de Ministros setzte damit einen landesweiten Rahmen für Rechte und Schutzpflichten der Studierenden an öffentlichen Universitäten. Offizielle Mitteilungen der Regierung verweisen auf vier Schwerpunkte: die ausdrückliche Anerkennung des paro académico, den Ausbau psychologischer Betreuung, Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Studium und Erwerbsarbeit sowie Leitlinien zur desconexión digital.
Das Statut verpflichtet die Hochschulen, Verfahren für einen vollständig oder teilweise ausgerufenen paro académico zu definieren. Die studentischen Vertretungen sollen einbezogen werden; zugleich ist das Recht auf Bildung der übrigen Studierenden zu wahren. Details wie Prüfungsansetzungen an Streiktagen werden in den jeweiligen Hochschulordnungen festgelegt. Für die psychische Gesundheit erkennt der Erlass niedrigschwellige Beratungs- und Interventionsangebote als Regelaufgabe der Universitäten an.
Zur Vereinbarkeit fordert das Statut Teilzeit- und Flexibilisierungsoptionen, etwa bei Fristen und Anwesenheit, sowie eine stärkere Berücksichtigung der Wohnkosten in Förderprogrammen. Parallel beschloss die Regierung nach eigenen Angaben 45 Millionen Euro für knapp 2.000 zusätzliche Plätze in Wohnheimen öffentlicher Universitäten. Die desconexión digital wird als Grundsatz der Nicht-Erreichbarkeit außerhalb festgelegter Zeiten verankert; Ausnahmen bleiben für dringliche Mitteilungen, etwa kurzfristige Prüfungsänderungen, möglich.
Ergänzend enthält der Text Bestimmungen zu Gesundheitsschutz, Gleichstellung, Prävention von Diskriminierung und Mobbing sowie zum Umgang mit künstlicher Intelligenz in Lehre und Prüfungen. Die Ausarbeitung erfolgte laut Regierung in Abstimmung mit der CRUE, dem gesamtspanischen Zusammenschluss der Hochschulleitungen, sowie den Studierendenverbänden CEUNE und CREUP.
Die Umsetzung liegt nun bei den Universitäten und erfordert teils zusätzliche Haushaltsentscheidungen der autonomen Gemeinschaften. Studierendenorganisationen begrüßen die rechtliche Anerkennung des paro académico und die Stärkung psychologischer Angebote, mahnen jedoch eine zügige Finanzierung und klare Fristen an. Universitätsleitungen verweisen auf die Notwendigkeit, die neuen Rechte mit der Sicherung von Studienabläufen und Prüfungsorganisation zu verzahnen.
Zuständig auf Regierungsebene ist das Ministerio de Ciencia, Innovación y Universidades. Mit dem Beschluss schafft die Zentralregierung einen einheitlichen Rahmen, der den Hochschulen Spielräume für die konkrete Ausgestaltung lässt und zugleich Mindeststandards für Studierende festlegt.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).