Spanien hat im jüngsten Zwölfmonatszeitraum rund 157.476 Wohnungen weniger fertiggestellt, als neue Haushalte entstanden sind. Das geht aus aktuellen amtlichen Bautätigkeitsdaten hervor, die für den Markt ein anhaltendes Angebotsdefizit anzeigen. Der Wohnungsneubau zieht seit Anfang 2026 zwar wieder an, bleibt aber deutlich hinter dem Bedarf zurück.
Für die Jahre 2022 bis Mitte 2026 summiert sich der Fehlbestand auf etwa 684.812 Wohnungen. In dieser Zeit wurden rund 367.945 Wohnungen fertig, während die Zahl der neu gebildeten Haushalte auf etwa eine Million stieg. Der daraus resultierende Druck auf Kauf- und Mietmärkte erhöht die finanzielle Belastung der Haushalte spürbar.
Im ersten Halbjahr 2026 wurden 67.564 Wohnungen begonnen, ein Zuwachs von 10,6 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025. Zugleich blieb die Zahl der Fertigstellungen mit 40.136 Einheiten nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr. Zählt man die seit Jahresbeginn abgeschlossenen Wohnungen zu den Fertigstellungen des zweiten Halbjahres 2025, ergibt sich für die vergangenen zwölf Monate ein Gesamtwert von 81.109 fertiggestellten Einheiten – klar zu wenig, um das Haushaltswachstum zu decken.
Der Mangel verteilt sich regional ungleich. Besonders in großen Ballungsräumen und deren Umland bleibt das Angebot knapp; nur in zwei Provinzen wurde ein annäherndes Gleichgewicht zwischen Neubau und Haushaltszuwachs erreicht. Die Behörden verweisen darauf, dass sich seit 2021 ein halbjährliches Fertigstellungsniveau von etwa 40.000 Einheiten verfestigt hat – ein Volumen, das die Nachfrage nicht auffängt.
Als Ursachen nennen Fachressorts und Branchenanalysen die starke Zunahme neuer Haushalte, hohe Bau- und Finanzierungskosten, Engpässe bei Baugenehmigungen sowie die begrenzte Verfügbarkeit baureifer Flächen in Städten. Der geförderte Wohnungsbau legt zwar spürbar zu, kann das Gesamtdefizit aber noch nicht kompensieren. Das Ministerium für Wohnen und Stadtagenda sowie das Observatorio de Vivienda y Suelo berichten von steigenden Genehmigungs- und Fertigstellungszahlen im Segment der geförderten Wohnungen. Sollte sich dieser Trend verstetigen und Projekte planmäßig realisiert werden, könnte dies mittelfristig dämpfend auf die Preise wirken.
Fest steht: Kurzfristig bleibt die Angebotslücke groß. Weitere Preissteigerungen bei Mieten und Kaufobjekten sind deshalb wahrscheinlich, solange der jährliche Zuwachs an Haushalten die Neubauleistung übertrifft. Wie schnell sich die Lage entspannt, hängt davon ab, ob die begonnenen Projekte rasch in Fertigstellungen übergehen und ob zusätzliche Flächenbereitstellung, Genehmigungsbeschleunigung und Förderprogramme messbar greifen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).