José Manuel Soria hat am 14. September 2026 öffentlich erklärt, er halte ein Führungsduo aus Carlos Sánchez und Onalia Bueno für die beste Option, um das Cabildo de Gran Canaria zu leiten. Der frühere Präsident des Cabildo und Ex‑Minister begründete seine Unterstützung in lokalen Medien mit der Erfahrung und Vernetzung beider.
Die Empfehlung fiel in eine Phase intensiver Sondierungen auf Gran Canaria. Carlos Sánchez, eine prägende Figur des Partido Popular auf der Insel, strebt eine Neuordnung des bürgerlichen Lagers an. Onalia Bueno, Bürgermeisterin von Mogán, hat sich zuletzt mit eigenständigem Profil in die Insellogie eingebracht und öffentlich über mögliche Bündnisse mit dem Partido Popular verhandelt. Aus dem Umfeld des PP wurde zugleich signalisiert, Bueno solle nicht zwingend die Liste zum Cabildo anführen; ein mögliches Tandem bliebe daher Verhandlungssache. Formale Entscheidungen liegen bei den Parteigremien und stehen aus.
Sorias Vorstoß ist politisch umstritten. Befürworter verweisen auf die Aussicht, zersplitterte Kräfte rechts der Mitte zu bündeln. Kritiker halten dagegen, die Wahl solcher Partner sende ein falsches Signal in Fragen der Integrität. Bueno stand in der Vergangenheit im Fokus staatsanwaltschaftlicher Prüfungen und öffentlicher Debatten, die ihr Profil prägen; rechtskräftige Verurteilungen werden ihr nicht zugeschrieben. Sánchez sehen Gegner als Vertreter einer überkommenen Klientelpolitik. Beide Bewertungen sind Zuschreibungen politischer Gegner und keine gerichtlichen Feststellungen.
Soria selbst polarisiert seit Jahren die Inselpolitik. Sein Name ist weiterhin mit dem sogenannten Caso Salmón verbunden, einer 2005 publik gewordenen Reise in einem Privatjet eines norwegischen Unternehmers und dem zeitnah diskutierten Projekt Anfi Tauro. Die Justiz stellte das Verfahren ein; ein Korruptionsdelikt wurde nicht festgestellt. Die Affäre wirkt jedoch als politischer Referenzpunkt nach, wenn es um Nähe zwischen Wirtschaft und Verwaltung auf Gran Canaria geht.
Konkrete Mehrheiten im Cabildo de Gran Canaria hängen nun von anstehenden Listenaufstellungen und etwaigen Koalitionsabsprachen ab. Sorias Aussagen sind als politische Unterstützung zu werten, nicht als bindende Entscheidung. Ob das von ihm befürwortete Duo tatsächlich gemeinsam antritt, wird sich erst zeigen, wenn Parteien ihre Kandidaturen finalisieren und Vereinbarungen veröffentlichen. Bis dahin setzt die Empfehlung einen Impuls, der die strategische Neuordnung im Inselparlament erneut in den Mittelpunkt rückt.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).