Der spanische Lokführerverband SEMAF hat zwei neue Arbeitskämpfe bei Renfe ausgerufen: einen ganztägigen Streik am 10. November 2026 sowie zeitlich begrenzte Arbeitsniederlegungen am 12. November 2026. Die Ankündigung erfolgte am 29. Oktober und steht im Zusammenhang mit Forderungen nach raschen strukturellen Verbesserungen der Eisenbahnsicherheit nach dem schweren Unfall in der Provinz Toledo Ende Oktober nahe Urda (Toledo).
SEMAF begründet die erneute Mobilisierung damit, dass vereinbarte Maßnahmen zur Prävention und zur betrieblichen Sicherheit zu langsam oder nur teilweise umgesetzt würden. Aus Sicht der Gewerkschaft brauche es kurzfristig überprüfbare Schritte, um Verfahren, Personaldisposition, Schulungen und technische Abläufe zu stärken. Zugeschriebene Aussagen von Funktionären wie Semaf‑Vertreter Diego Martín zielen auf verbindliche Fristen und klare Zuständigkeiten für Sicherheitsentscheidungen. Eine abschließende Bewertung der Unfallursachen sei hingegen Aufgabe der ermittelnden Behörden.
Renfe weist die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen verweist auf bereits laufende Umsetzungen früherer Vereinbarungen, auf Personalaufstockungen sowie auf Maßnahmen zur Verbesserung der betrieblichen Abläufe. Zudem betont Renfe, dass die Festlegung von Mindestdiensten bei Streiks in den Zuständigkeitsbereich der Behörden fällt. Für bereits vergangene Ausstände wurden solche Mindestdienste festgelegt; für die Termine 10. November 2026 und 12. November 2026 hängt das konkrete Angebot für Reisende von den noch zu bestimmenden Vorgaben ab.
Die Auseinandersetzung verläuft damit auf zwei Ebenen: Zum einen drängt SEMAF auf organisatorische und technische Reformen, die unmittelbar im Betrieb greifen sollen. Zum anderen laufen strafrechtliche und forensische Untersuchungen, die die Verantwortlichkeiten und technischen Faktoren des Unfalls klären müssen. Beide Prozesse sind formal getrennt; die Ergebnisse der Ermittlungen sind abzuwarten.
Für Fahrgäste sind an den genannten Tagen erhebliche Beeinträchtigungen wahrscheinlich. Erfahrungsgemäß richten die Behörden Mindestdienste ein, um einen Grundbetrieb sicherzustellen; Umfang und Verteilung dieser Verbindungen variieren jedoch je nach Region und Verkehrsaufkommen. Renfe kündigt an, nach Bekanntgabe der Mindestdienste Fahrpläne und Informationstools zu aktualisieren.
Der Streit berührt zentrale Interessen: Gewerkschaften wie SEMAF drängen auf kurzfristige Sicherheitspakete, um Risiken im laufenden Betrieb zu reduzieren. Renfe verweist auf bestehende Verfahren, laufende Investitionen und die Notwendigkeit, Maßnahmen mit dem spanischen Verkehrsministerium abzustimmen. Die weitere Entwicklung hängt von den anstehenden Entscheidungen der Behörden, den Ergebnissen der Ermittlungen in Toledo und möglichen neuen Verhandlungsrunden zwischen Renfe und SEMAF ab.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).