Gesellschaft

Schuljahr in Spanien startet mit Streiks und Protesten von Lehrkräften

Zum Beginn des neuen Schuljahres rufen Lehrergewerkschaften in mehreren Regionen zu Protesten und teils Streiks auf. Sie verlangen kleinere Klassen, weniger Pflichtstunden und mehr Personal, während das Ministerium für Bildung Reformen ankündigt.

Zum Start des Schuljahres 2026/27 mobilisieren Lehrkräfte in mehreren Autonomen Gemeinschaften Spaniens zu Protesten und teilweise auch zu Arbeitsniederlegungen. Lehrergewerkschaften kritisieren Personalmangel, hohe Pflichtstundenzahlen und große Klassen. Das Ministerium für Bildung verweist auf anstehende Reformen und Gespräche, nennt jedoch bislang keine umfassenden Zusagen.

Gewerkschaften wie CCOO, UGT und CSIF fordern seit Monaten verbindliche Entlastungen: weniger Unterrichtsstunden pro Woche, kleinere Klassen, mehr Unterstützungspersonal für inklusive Bildung sowie verlässliche Verbeamtungen oder Festanstellungen für befristet Beschäftigte. In Madrid wurde bereits vor dem Sommer eine unbefristete Streikserie in der öffentlichen Bildung für den Herbst in Aussicht gestellt. Landesweit sind weitere Aktionstage in Vorbereitung, sollten Verhandlungen ohne konkrete Ergebnisse bleiben.

Regional ist das Bild uneinheitlich. In Katalonien und Teilen Andalusiens haben Lehrkräfte bereits zu kurzen Protesttagen aufgerufen. In der Valencianischen Gemeinschaft wird nach einem konfliktreichen Vorjahr erneut mobilisiert. Lokalverwaltungen und Schulträger berichten zum Schulbeginn von Engpässen bei der Zuweisung von Vertretungskräften und bei Angeboten für besonders unterstützungsbedürftige Schülerinnen und Schüler.

Die Regierung hat als Leitprojekt ein Estatuto Docente angekündigt, das unter anderem die wöchentliche Unterrichtsverpflichtung senken und die Klassengrößen begrenzen soll. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen stehen diese Punkte oben auf der Agenda, Details zu Umfang und Zeitplan bleiben jedoch offen. Das Ministerium für Bildung betont, der Dialog mit den Sozialpartnern habe Vorrang, verweist aber zugleich auf die Zuständigkeiten der Regionen, die viele Personal- und Stundenpläne eigenständig festlegen.

Hintergrund der Eskalation sind strukturelle Belastungen des Systems: ein hoher Anteil befristeter Verträge, zusätzliche Verwaltungsarbeit an Schulen, steigende Heterogenität der Schülerschaft und infrastrukturelle Mängel, etwa bei Raumklima und Ausstattung. Gewerkschaften warnen vor gesundheitlichen Folgen für das Kollegium und Leistungseinbußen bei den Schülerinnen und Schülern.

Sollten Verhandlungen nicht rasch zu belastbaren Vereinbarungen führen, drohen längere Störungen des Unterrichtsbetriebs – insbesondere in Regionen mit bereits ausgerufenen oder vorbereiteten Arbeitskämpfen wie Madrid. Bislang liegen keine landesweit verbindlichen Regelungen vor. Die kommenden Wochen entscheiden damit, ob das neue Schuljahr mit punktuellen Protesten auskommt oder in größere Arbeitskonflikte hineinläuft.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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