Gesellschaft

Rund 3.000 saharauische Kinder verbringen Sommer 2026 in Spanien – Verfahren per BOE präzisiert

Das Programm Vacaciones en Paz läuft auch 2026: Laut Verbänden und Medien halten sich rund 2.800 bis 3.000 Minderjährige aus den Lagern bei Tinduf in spanischen Gastfamilien auf. Eine am 3. Juni im Boletín…

Spanien setzt das Solidaritätsprogramm Vacaciones en Paz in diesem Sommer fort: Laut Angaben von Verbänden und übereinstimmenden Berichten, darunter Europa Press, halten sich 2026 rund 2.800 bis 3.000 Minderjährige aus den saharauischen Flüchtlingslagern bei Tinduf vorübergehend in spanischen Gastfamilien auf. Eine im Boletín Oficial del Estado veröffentlichte Resolución de 3 de junio de 2026 präzisiert die Verfahren für die Erteilung befristeter Aufenthalte und den Ablauf des Programms.

Die Ankunfts- und Aufnahmeberichte aus verschiedenen Regionen bestätigen die landesweite Umsetzung. So wurden auf Gran Canaria Gruppen von Kindern empfangen; aus Cantabria werden ähnliche Zahlen gemeldet. Lokalverbände verweisen auf wiederkehrende Ziele: medizinische Kontrollen, verbesserte Ernährung sowie eine Auszeit von der Sommerhitze in der algerischen Wüste und zugleich ein menschlicher Austausch mit den Gastfamilien.

Das Programm existiert seit Ende der 1970er Jahre und wird in Spanien maßgeblich von den Asociaciones de Amigos del Pueblo Saharaui organisiert. Kommunen und zivilgesellschaftliche Träger koordinieren Unterbringung, Freizeitangebote und die Begleitung der Minderjährigen. Nach den vorliegenden Berichten entspricht die diesjährige Teilnehmerzahl dem jüngsten Trend, der unter Schwankungen zuletzt bei knapp 3.000 Kindern lag.

Die im Juni veröffentlichte staatliche Vorgabe legt Zuständigkeiten und Rahmenbedingungen fest. Demnach obliegt es den Delegaciones del Gobierno, die Anträge zu prüfen und die befristeten Aufenthaltstitel auszustellen. Festgeschrieben werden unter anderem die notwendige Dokumentation, die Rolle der aufnehmenden Familien während der Aufenthaltsdauer, Fragen des Gesundheitsschutzes sowie die organisierte Rückkehr der Teilnehmenden am Ende des Programms. Damit werden Verfahren vereinheitlicht, die in der Praxis über regionale und lokale Strukturen abgewickelt werden.

Organisationen berichten zugleich über Herausforderungen: In einigen Provinzen steht ein kleinerer Pool an Gastfamilien zur Verfügung, was die Planung erschwert und die Verteilung der Kinder auf die teilnehmenden Städte beeinflusst. Die Belastung ehrenamtlicher Strukturen – etwa bei Registrierung, medizinischer Nachsorge und Logistik – bleibt ein wiederkehrendes Thema.

Über den unmittelbaren humanitären Nutzen hinaus hat Vacaciones en Paz symbolische Bedeutung für die Beziehungsteile zwischen spanischer Zivilgesellschaft und dem saharauischen Exil. Wie stark Umfang und Dauer des Programms in künftigen Jahren bleiben, hängt nach Einschätzung von Beteiligten sowohl von politischen Rahmenbedingungen als auch vom Engagement lokaler Netzwerke und Familien ab.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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