Die Richterin am Tribunal de Instancia de Jaca hat am 18. September 2026 entschieden, den einzigen Beschuldigten im Verfahren zum Brand von Las Peñas de Riglos weiterhin auf freiem Fuß zu belassen. Damit wies sie den Antrag des Gobierno de Aragón zurück, den Mann wieder in Untersuchungshaft zu nehmen oder ersatzweise eine Kaution in Höhe von 100.000 Euro festzusetzen. Die Entscheidung fiel nach einer nichtöffentlichen Anhörung in Jaca, an der alle Verfahrensbeteiligten teilnahmen und die Richterin den Beschuldigten erneut befragte.
Die bereits geltenden Auflagen bleiben bestehen. Dazu zählt die Abgabe des Reisepasses; zudem muss sich der Mann in festgelegten Abständen bei den Behörden melden. Weitere Einschränkungen können nach gerichtlicher Anordnung folgen. Eine strafrechtliche Verantwortlichkeit ist damit nicht festgestellt, die Ermittlungen dauern an.
Prozessual knüpft die Entscheidung an einen früheren Beschluss der Audiencia Provincial de Huesca an, die die Haftende angeordnet hatte, weil die gegen den Mann vorliegenden Indizien für die Fortdauer der Untersuchungshaft als nicht ausreichend bewertet wurden. Nach Angaben aus der Begründung zeigt Video- und Bildmaterial den Beschuldigten zwar in der Nähe des mutmaßlichen Brandursprungs, belegt aber keine konkrete Tathandlung. Vor diesem Hintergrund hält das Gericht die weniger einschneidenden Maßnahmen für verhältnismäßig.
Das Gobierno de Aragón, das als Nebenkläger auftritt, hatte den neuen Freiheitsentzug mit einem erhöhten Fluchtrisiko begründet. Aus Sicht der Regionalregierung wirkt sich dabei ein gemeldeter Wohnsitzwechsel des Beschuldigten in die Provinz Castellón auf die Wirksamkeit der Auflagen aus. Die Richterin folgte dieser Argumentation nicht und sah die bestehenden Melde- und Sicherungspflichten weiterhin als ausreichend an.
Die Guardia Civil führt die Ermittlungen zur Brandursache unter Aufsicht der Justiz fort. Die Entscheidung aus Jaca betrifft ausschließlich die Frage der vorläufigen Freiheit und sagt nichts über eine spätere Schuld- oder Freispruchsfrage aus. Gegen die Aufrechterhaltung der Freiheit unter Auflagen sind weitere Rechtsmittel möglich. Politisch bleibt der Fall in Aragón unter dem Regierungschef Jorge Azcón sensibel, weil die Folgen des Feuers für betroffene Gemeinden und die öffentliche Hand weiterhin aufzuarbeiten sind. Über Entschädigungen, Präventionsmaßnahmen und Verantwortlichkeiten dürfte noch länger gestritten werden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).