Renault setzt die Produktion in seinem Werk in Villamuriel de Cerrato (Provinz Palencia) vom 1. bis 19. Oktober aus. Die Unternehmensleitung begründet den Stopp mit der schwächeren Nachfrage auf den europäischen Märkten und der Notwendigkeit, die Fertigung eng an den Absatz anzupassen. Die Entscheidung wurde den Beschäftigten nach Angaben der Gewerkschaft CCOO am Montag offiziell mitgeteilt.
In Palencia werden die Modelle Austral, Espace und Rafale gebaut. Die Fabrik arbeitet seit Juni nur noch in einer Schicht. Bereits im Juli und im September hatte es zeitweilige Unterbrechungen gegeben. Aus Unternehmenskreisen heißt es, Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz des Standorts zu sichern, indem Produktionsvolumen flexibel an die Marktlage gekoppelt werden.
CCOO rief angesichts der Unsicherheit in der Automobilindustrie zu Verantwortung und Ruhe auf. Der Gewerkschaft zufolge spiegeln die Eingriffe die tiefgreifenden Veränderungen der Branche wider – vom technologischen Wandel über internationale Konkurrenz bis zur zögerlichen Nachfrage nach bestimmten Antriebsarten. Zugleich mahnt CCOO, mögliche Folgen für Beschäftigung und Zulieferer im Blick zu behalten und planbar zu gestalten.
Nach bisherigen Informationen betrifft die Maßnahme die Fertigungslinien in Villamuriel de Cerrato. Renault will die Ausfallzeit vorrangig über innerbetriebliche Flexibilitätsinstrumente wie Stundenausgleich und Personaleinsatzpläne abfedern. Ein kollektives Entlassungsverfahren wurde nicht angekündigt. Konkrete Zahlen zu der Zahl der betroffenen Arbeitsplätze oder zu Auswirkungen auf die unmittelbare Lieferkette wurden zunächst nicht genannt.
Der Produktionsstopp fällt in eine Phase, in der Renault Spanien zugleich auf langfristige Investitionen verweist. Der Konzern hat angekündigt, bis 2030 rund 600 Millionen Euro in Spanien zu investieren, um Werke und Belegschaften auf die nächste industrielle Etappe mit elektrifizierten Antrieben vorzubereiten. Vertreter der Regionalregierung von Kastilien und León erklärten jüngst, man stehe in engem Austausch mit dem Unternehmen und erwarte Klarheit über die mittelfristige Auslastung der Standorte.
Die Maßnahme ist zeitlich klar befristet. Ob weitere Anpassungen im vierten Quartal notwendig werden, ließ Renault offen. Maßgeblich seien die Bestellungen auf den europäischen Absatzmärkten und der Hochlauf der betroffenen Modellreihen. Klar ist: Der Standort Palencia bleibt ein zentraler Baustein der spanischen Produktion, steht aber – wie die gesamte Branche in Europa – unter hohem Anpassungsdruck.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).