Die Ozonbelastung in Spanien hat im Sommer 2026 den höchsten Stand seit 2010 erreicht. Das geht aus einer am 19. Oktober veröffentlichten Auswertung von Ecologistas en Acción hervor, die auf offiziellen Messdaten der staatlichen und regionalen Luftqualitätsnetze beruht. Demnach begünstigten außergewöhnliche Hitze, intensive Sonneneinstrahlung und großflächige Brände die Bildung und Anreicherung von bodennahem Ozon (O3).
Nach Angaben der Organisation wurde der geltende gesetzliche Zielwert im Dreijahreszeitraum 2024 bis 2026 in 33 Zonen überschritten. Betroffen sind unter anderem Andalusien, Illes Balears, Castilla-La Mancha, Castilla y León, Catalunya, Comunitat Valenciana, Extremadura und die Comunidad de Madrid. Besonders hervorgehoben werden Madrid und Catalunya: In der spanischen Hauptstadt seien historische Höchststände registriert worden. In Catalunya kam es der Zusammenstellung zufolge wiederholt zu Überschreitungen der Informationsschwelle, in der Provinz Barcelona zeitweise auch der Alarmschwelle. Regionale Behörden hatten während der Hitzeperioden Warnhinweise veröffentlicht und Verhaltensempfehlungen gegeben.
Rechtlich relevant sind zwei Kategorien: der langfristige Zielwert, der im gleitenden Dreijahresmittel zu beurteilen ist, sowie die kurzfristigen Schwellenwerte für Information und Alarmierung der Bevölkerung. Laut Ecologistas en Acción sind 2026 beide Ebenen in verschiedenen Regionen betroffen. Das verpflichtet die zuständigen Verwaltungen zu kurzfristigen Aktionsplänen, etwa Verkehrs- und Emissionsbeschränkungen, sowie zu Transparenz und zeitnaher Information über Gesundheitsrisiken.
Die Auswertung verweist auf das nationale Regelwerk zur Luftqualität, zuletzt im Real Decreto 34/2023 geändert, und auf die einschlägigen EU-Vorgaben. Bodennahes Ozon entsteht aus Stickoxiden und flüchtigen organischen Verbindungen unter intensiver Sonneneinstrahlung. Erhöhte Konzentrationen stehen mit Reizungen der Atemwege, erhöhter Hospitalisierung vulnerabler Gruppen und langfristigen Beeinträchtigungen der Lungenfunktion in Zusammenhang.
Als Konsequenz fordert die Organisation, Minderungsmaßnahmen zu beschleunigen: strengere Vorgaben für Stickoxid- und Lösemittelemissionen, vorausschauende regionale Aktionspläne vor Hitzeperioden sowie Flotten- und Stadtplanung, die Ozonvorläufer senkt. Konkrete Verantwortlichkeiten einzelner Emittenten benennt der Bericht nur dort, wo die Datenlage dies stützt. Unabhängig von der Verursachungsfrage gilt: Mit anhaltenden Hitzeperioden steigen die Risiken wiederkehrender Ozonspitzen – entsprechend wächst der Handlungsdruck auf Kommunen und Regionen, passgenaue Vorsorge- und Notfallpläne umzusetzen.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).