Die Regionalregierung der Region Murcia und die Agrupación de Industrias Alimentarias de Murcia, Alicante y Albacete (Agrupal) haben am 5. Oktober 2026 den Plan de acción y hoja de ruta para la industria alimentaria de la Región de Murcia 2027–2028 vorgestellt. Das Programm umfasst 25 Maßnahmen, mit denen die regionale Lebensmittelindustrie wettbewerbsfähiger, innovativer und ressourcenschonender werden soll. Nach Angaben der Organisatoren wurden Handlungsfelder, Zeitachsen und Indikatoren für die Jahre 2027 und 2028 festgelegt.
Inhaltlich bündelt der Fahrplan fünf strategische Schwerpunkte: Ausbildung und Fachkräftesicherung, Digitalisierung und Vermarktung, Außenwirtschaft und Logistik, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft sowie Innovation und Technologietransfer. Vorgesehen sind unter anderem der Ausbau der dualen Berufsausbildung, Initiativen zur Gewinnung junger Fachkräfte, eine gemeinsame digitale Plattform zur Rückverfolgbarkeit entlang der Lieferkette, ein internationales Marktbeobachtungssystem auf Basis künstlicher Intelligenz sowie der Aufbau einer sektorweiten Pilotanlage zur Entwicklung neuer Produktlinien. Die Regionalregierung betonte die Rolle der Ernährungswirtschaft als wichtiger Beschäftigungs- und Exportmotor der Region Murcia.
Zur Umsetzung heißt es, der Plan sei in Abstimmung mit Unternehmen, Forschungszentren und öffentlichen Stellen erarbeitet worden und werde durch ein regelmäßiges Monitoring begleitet. Als Referenz für die bisherige Förderpraxis verwies die Regierung auf eine jüngste Ausschreibung im Umfang von 24 Millionen Euro, die Investitionen von mehr als 125 Millionen Euro angestoßen habe. Konkrete neue Haushaltszusagen für einzelne der 25 Maßnahmen wurden bei der Vorstellung nicht beziffert. Die Verantwortlichen kündigten an, Zuständigkeiten zuzuordnen und die Fortschritte anhand messbarer Kennzahlen offenzulegen.
Der Vorstoß adressiert strukturelle Schwachstellen der Branche in Südostspanien: den Mangel an Fachkräften, die hohen Anforderungen internationaler Märkte sowie die Notwendigkeit, Wasser effizienter zu bewirtschaften. Die Schwerpunktsetzung auf digitale Werkzeuge, belastbare Rückverfolgbarkeitssysteme und Lösungen der Wasserbewirtschaftung spiegelt regionale Prioritäten wider. Fest steht, dass die tatsächliche Wirkung des Programms von verbindlichen Finanzierungsinstrumenten, einer zügigen Projektsteuerung und privater Ko-Finanzierung abhängen wird. Aussagen über künftige Exportzuwächse oder einen bestimmten Beschäftigungseffekt sind zum jetzigen Zeitpunkt Einschätzungen der Beteiligten und nicht belegt.
Der Plan ist auf die Region Murcia zugeschnitten, wurde jedoch gemeinsam mit Agrupal erarbeitet, deren Unternehmen auch in Alicante und Albacete vertreten sind. Damit bleibt der Schwerpunkt regional, während Schnittstellen zur Nachbarschaftsökonomie ausdrücklich mitgedacht werden.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).