Die spanische Regierung hat am 7. September 2026 das öffentliche Wohnungsportal Casa 47 freigeschaltet. Zum Start sind dort 800 mietpreisgebundene Wohnungen gelistet. Nach den am Tag der Vorstellung veröffentlichten Übersichten liegen die Einheiten in mehreren autonomen Gemeinschaften, darunter der Comunidad Valenciana, Katalonien, Galicien, Navarra und Asturien. In den größten Städten Madrid, Barcelona, Valencia und Sevilla findet sich zunächst kein Angebot.
Regierungschef Pedro Sánchez präsentierte das Portal in Madrid. Ziel ist es nach Regierungsangaben, Ausschreibungen, Zugangsvoraussetzungen und Bewerbungsverfahren für öffentlich geförderte Mietwohnungen zentral zu bündeln und damit die Vergabe transparenter zu machen. Die zuständigen Ministerien kündigten an, das Angebot schrittweise zu erweitern.
Dass zum Auftakt keine Wohnungen in den vier größten Städten verfügbar sind, lenkt den Blick auf die strukturellen Engpässe in den Metropolen. Dort treiben hohe Nachfrage, begrenztes Bauland und ein geringer öffentlicher Bestand die Mieten. Fachleute verweisen seit Längerem darauf, dass neben digitalen Vergabeinstrumenten zusätzliche Maßnahmen nötig sind, um den Bestand in Ballungsräumen zu erhöhen – etwa gezielte Ankäufe, beschleunigte Planungsverfahren, geförderter Neubau in urbanen Lagen oder engere Kooperationen mit den autonomen Gemeinschaften und Kommunen. Solche Schritte wurden von Regierungsvertretern in Aussicht gestellt, konkrete zusätzliche Kontingente für die Großstädte nannte die Regierung zum Starttermin jedoch nicht.
In der ersten Tranche von Casa 47 liegen Schwerpunkte in der Comunidad Valenciana, außerdem in Regionen des Nordens. Die regionalen Verteilungen und die Zahl verfügbarer Wohnungen können sich dynamisch ändern; maßgeblich sind die tagesaktuellen Einträge im Portal. Bewerbungen sind ausschließlich online möglich und an die jeweils in der Ausschreibung genannten Kriterien gebunden.
Mit Casa 47 schafft die Zentralregierung eine einheitliche Anlaufstelle für staatlich verwaltete Mietwohnungen. Der unmittelbare Effekt ist mehr Transparenz über bestehende Angebote. Eine spürbare Entlastung in den besonders angespannten Märkten der Großstädte bleibt jedoch von weiteren Investitionen, Flächenentwicklungen und Vereinbarungen mit den Regionen abhängig. Aussagen über künftige Erweiterungen sind als Ankündigungen der Regierung zu werten; belastbar sind vor allem die bereits veröffentlichten Wohnungslisten.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).