In Barcelona mobilisieren antifaschistische Bündnisse gegen eine für Samstag, 22. August, angekündigte Kundgebung der Kampagne Save Europe Act. Nach Angaben der Coordinadora Antifascista de Barcelona und des Bündnisses Som Antifeixistes beginnt ihre Gegenkundgebung um 18 Uhr an der Plaça Sant Jaume – eine Stunde vor dem von den Organisatoren von Save Europe Act gewählten Termin am selben Ort. Barcelona ist nach Ankündigungen der Veranstalter die erste Station der Kampagne in Spanien; für den 29. August ist ein weiterer Auftritt in Madrid geplant.
Save Europe Act beschreibt sich als transnationales Projekt, das eine deutlich restriktivere Migrationspolitik fordert. Zentral ist die Forderung nach „Remigration“ sowie nach systematischen Rückführungen von Menschen ohne Aufenthaltsrecht. Die Organisatoren bewerben ihr Vorhaben als europäische Bürgerinitiative bei der Europäischen Kommission. Zuvor hatte die Kampagne bereits Auftritte in anderen europäischen Städten; am vorigen Wochenende fanden entsprechende Aktionen in Frankreich statt.
Die Gegenmobilisierung in Barcelona begründen die beteiligten Gruppen damit, dass die angekündigte Versammlung einer organisierten extremen Rechten öffentliche Bühne und Normalisierung verschaffe. Sie rufen dazu auf, „plantar cara“, also entschieden Widerspruch zu leisten. Die Initiatoren von Save Europe Act präsentieren ihre Reihe demgegenüber als legitime politische Kampagne für Grenzschutz und eine grundlegende Neuordnung der europäischen Migrationspolitik. Beide Seiten bekräftigen damit gegensätzliche Zielsetzungen und Deutungen des politischen Feldes.
Welche Auflagen für den Samstag gelten, war bis Mittwoch nicht öffentlich im Detail benannt. Üblich sind in vergleichbaren Lagen zeitliche und räumliche Trennungen, Sichtschutzregelungen sowie polizeiliche Maßnahmen zur Deeskalation. Angesichts zweier Veranstaltungen am selben Ort innerhalb kurzer Zeitfenster dürfte die Einsatzplanung von Stadt und Polizei darauf ausgerichtet sein, eine unmittelbare Konfrontation zu verhindern und gleichzeitig die Versammlungsfreiheit zu gewährleisten.
Über den Tag hinaus zielt die Tour der Kampagne auf europaweite Sichtbarkeit. Für Barcelona und Madrid stellen die Ankündigungen eine Bewährungsprobe für die Balance zwischen Schutz vor politisch motivierter Gewalt und den Grundrechten auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit dar. Ob weitere Stationen in Spanien hinzukommen oder Termine verlegt werden, hängt von behördlichen Entscheidungen und der Lage vor Ort ab.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).