Tausende Menschen haben am Samstag in Madrid gegen die Regierung von Pedro Sánchez demonstriert. Zur „Marcha por la Dignidad“, aufgerufen von der Plattform Sociedad Civil Española, schlossen sich auch Vertreter des Partido Popular und von Vox an. Die Demonstration setzte sich am Vormittag an der Plaza de Cibeles in Bewegung und endete am Arco de la Victoria in Moncloa. Die Delegación del Gobierno zählte bis Mittag rund 20.000 Teilnehmende; die Organisatoren sprachen von deutlich mehr.
Im Zentrum der Forderungen standen vorgezogene Parlamentswahlen sowie ein Strafverfahren gegen den Regierungschef wegen angeblichen „Verrats“. Redner verbanden diese Vorwürfe mit der anhaltenden Migrationslage in Ceuta und Melilla und forderten eine stärkere Militarisierung der spanisch-marokkanischen Grenzabschnitte. Aus dem Demonstrationszug waren wiederholt scharfe Parolen gegen Pedro Sánchez zu hören. Medien berichteten zudem von Provokationen am Rand, darunter die Verteilung gefälschter Geldscheine mit dem Konterfei des Ministerpräsidenten.
Die Parteiführungen von Partido Popular und Vox warben im Vorfeld um Teilnahme an der Kundgebung. Während Redner beider Parteien den Kurs der Regierung in der Grenz- und Migrationspolitik kritisierten, blieb die Forderung nach einem Strafverfahren eine Position der Veranstalter. Juristen verweisen darauf, dass der Tatbestand des Hochverrats im spanischen Strafrecht eng gefasst ist und ein Vorgehen gegen den Regierungschef hohe prozessuale Hürden hätte.
Die Organisatoren knüpften mit der heutigen Aktion an eine erste „Marcha por la Dignidad“ im Mai 2026 an. Neu ist die Fristsetzung, mit der sie „saubere und freie“ Neuwahlen binnen Wochen verlangen. Aus Regierungskreisen lag bis zum Abend keine unmittelbare Reaktion auf die Demonstration vor. Die Polizei meldete zeitweise Verkehrsbehinderungen auf der Strecke durch das Zentrum.
Die Debatte um Ceuta und Melilla hatte in den vergangenen Wochen an Schärfe gewonnen. Die Regierung in Madrid betonte zuletzt, sie setze auf engere Kooperation mit Marokko und eine europäische Absicherung der Außengrenzen. Kritiker aus der Opposition werfen ihr hingegen vor, Spanien abhängig von Rabat zu machen und auf innenpolitische Konflikte mit konfrontativer Rhetorik zu reagieren. Wie stark die heutige Mobilisierung die politische Agenda beeinflusst, hängt nun von der weiteren Zuspitzung im Parlament und möglichen Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition ab.
Die Demonstration blieb nach Behördenangaben überwiegend friedlich; bis zum Redaktionsschluss wurden keine gravierenden Zwischenfälle gemeldet.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).