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Proteste gegen Wohnungsdekrete: Tausende mobilisieren in Spanien

Nach der Ablehnung zweier Wohnungsdekrete im Congreso de los Diputados demonstrierten am 3. und 4. Oktober 2026 in Spanien tausende Menschen; Organisatoren rufen zur weiteren Mobilisierung auf.

In Spanien haben am Wochenende des 3. und 4. Oktober 2026 tausende Menschen gegen die Wohnungs- und Mietenpolitik demonstriert. Auslöser war die Abstimmung im Congreso de los Diputados, bei der zentrale Teile zweier Ende September erlassener Realdekrete zur Wohnungsversorgung und zum Mieterschutz scheiterten. In Madrid, Palma und weiteren Städten kam es zu Kundgebungen und Protestzügen, teils in der Nähe regionaler Parlamente und vor dem Kongress in der Hauptstadt.

Mietinitiativen wie der Sindicato de Inquilinas werteten die Parlamentsentscheidung als Rückschlag für Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen. Sie kündigten an, die Mobilisierung fortzusetzen und schlossen eine Generalstreikandrohung nicht aus. Die Aufrufe richteten sich an zivilgesellschaftliche Gruppen und an Parteien, die eine Verschärfung des Mieterschutzes befürworten.

Aus der Regierung hieß es, man nehme die politische Verantwortung für die Realdekrete an und strebe Gespräche mit den Fraktionen an, um mehrheitsfähige Lösungen zu finden. Die Vizepräsidentin und Arbeitsministerin Yolanda Díaz rief öffentlich dazu auf, sich für soziale Rechte zu mobilisieren. Vertreter der linken Wahlplattform Sumar stellten eine koordinierte Linie mit Blick auf die kommenden Parlamarschritte in Aussicht.

Oppositionsparteien nutzten die Abstimmung, um Neuwahlen zu fordern, und warfen der Regierung mangelnde Vorbereitung der Texte vor. In der PSOE wird nach Angaben aus Parteikreisen über das weitere Vorgehen beraten. Ob einzelne Maßnahmen zur Wohnungsversorgung in überarbeiteter Form erneut im Parlament eingebracht werden, ist offen. Fachleute verweisen darauf, dass Eingriffe in Mietmärkte und Schutzvorschriften in Spanien regelmäßig intensive parlamentarische Verhandlungen erfordern.

Die Proteste fügten sich in eine seit Monaten angespannte Lage an vielen städtischen Wohnungsmärkten. In Metropolen wie Madrid berichten Verbände von steigenden Angebotsmieten und einer wachsenden Zahl befristeter Verträge. Die abgelehnten Realdekrete zielten nach Regierungsangaben darauf, kurzfristig Entlastungen zu schaffen, während eine breitere Gesetzesnovelle vorbereitet werde. Eine Einigung über Inhalt und Tempo weiterer Schritte hängt nun von Gesprächen zwischen Regierung, Koalitionspartnern und Opposition ab.

Nach übereinstimmenden Berichten überregionaler Medien fanden die größten Kundgebungen am Samstag in Madrid statt; in Palma wurden unter anderem Kasserollenproteste organisiert. Die Organisatoren kündigten an, die Lage in den kommenden Tagen neu zu bewerten und über weitere Formen der Mobilisierung zu entscheiden. Politische Bewertungen und mögliche Wahltermine bleiben Spekulation und hängen von weiteren Entscheidungen im Parlament ab.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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