Der Partido Nacionalista Vasco hat am 27. September 2026 seinen 50. Alderdi Eguna auf den Wiesen bei Foronda in der Nähe von Vitoria-Gasteiz (Álava) gefeiert. Das traditionelle Parteifest stand diesmal deutlich im Zeichen der Vorbereitung auf die Wahlen 2027. Nach übereinstimmenden Berichten regionaler Medien kamen mehrere tausend Unterstützerinnen und Unterstützer.
Lehendakari Imanol Pradales verband seine Ansprache mit einem Appell an die Regierung in Madrid: Das baskische Selbstverwaltungsrecht dürfe nicht zur Verhandlungsmasse werden. Er hob die Bedeutung verlässlicher Absprachen zwischen Euskadi und dem Staat hervor und warnte vor politischen Spiralen der Zuspitzung. Seine Verweise auf prominente konservative Stimmen in der spanischen Politik zielten auf eine klare inhaltliche Abgrenzung des Partido Nacionalista Vasco.
Aitor Esteban, Sprecher der Partei im spanischen Parlament, stellte das politische Modell für Euskadi in den Mittelpunkt. Es gehe, so seine Botschaft, nicht allein um Wahlsiege, sondern um die Ausgestaltung von Autonomie, Wohlstand und öffentlicher Dienstleistungen. Esteban kritisierte die Partido Popular als „in der Trenchera“ und warf zugleich dem PSOE vor, die Polarisierung in Spanien mit voranzutreiben. Aussagen zu EH Bildu blieben auf Distanz, ohne Optionen für künftige Mehrheiten kategorisch auszuschließen.
Das Jubiläum diente der Partei auch zur Selbstvergewisserung. Das Motto und begleitende Formate – darunter eine Ausstellung historischer Plakate zum Alderdi Eguna – sollten Kontinuität und Erneuerungsbereitschaft verbinden. Aus Sabin Etxea und Ajuria Enea kamen Signale, dass der Partido Nacionalista Vasco seine Rolle als Verhandlungs- und Stabilitätsfaktor im Autonomiegefüge betonen will, zugleich aber klare Grenzen gegenüber Mitbewerbern zieht.
Die hier wiedergegebenen Inhalte sind den Reden und Einlassungen der Beteiligten zuzurechnen. Fest steht das Datum, der Ort und der Jubiläumsrahmen der Veranstaltung. Bewertungen zur strategischen Ausrichtung sind als politische Selbstbeschreibung und als Lesart regionaler Medien zu verstehen. Offizielle Zahlen zu Teilnehmenden lagen bis Redaktionsschluss nicht vor; mehrere Medien berichten von hoher Resonanz.
Für die Debatte bis 2027 markiert der 50. Alderdi Eguna eine Verdichtung der Frontlinien. Pradales sucht Einfluss in Madrid, ohne die Autonomie zu verwässern. Esteban richtet den Blick gleichermaßen auf die Partido Popular und den PSOE. Gegenüber EH Bildu hält der Partido Nacionalista Vasco den Korridor zwischen Konkurrenz und punktueller Verständigung offen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).