Kurzmeldung
Ceuta, 26. Oktober 2026 – Die Nationale Polizei hat am Montag in mehreren Stadtteilen von Ceuta ein groß angelegtes Einsatzgeschehen durchgeführt, um Personen ohne Bleiberecht zu lokalisieren und gegebenenfalls an die Grenze zu Marokko zu überstellen. Nach Angaben der Delegation der Zentralregierung in Ceuta wurden am Vormittag zwölf Bewohner des Centro de Estancia Temporal de Inmigrantes (CETI) an den Landgrenzübergang Tarajal gebracht. Das Zentrum dient als vorübergehende Aufnahmeeinrichtung für ankommende Migrantinnen und Migranten.
Ursprünglich sei im CETI die zwangsweise Ausreise von rund 70 Personen vorgesehen gewesen, die Zahl verringerte sich jedoch, weil viele Betroffene die Einrichtung bereits vorher verlassen hätten. Der Einsatz umfasste laut Berichten auch Einsätze an der Playa del Trampolín sowie in den Vierteln Poblado Regulares, Los Rosales und El Príncipe. Eingesetzt waren unter anderem Einheiten der Unidad de Intervención Policial (UIP) und der Unidad de Prevención y Reacción (UPR) sowie mehrere Busse für den Transport.
Die Delegation betont, dass die Maßnahmen Personen betreffen, deren Anträge auf internationalen Schutz abgelehnt wurden oder die nach Prüfung nicht antragsberechtigt sind; in jedem Fall werde vor einer Rückführung die Identität überprüft und das individuelle Verfahren angewendet. Zugleich meldeten Hilfsorganisationen, darunter Caminando Fronteras, Kritik: Sie berichten von Menschen, die in einem rechtlichen und humanitären „Limbo“ verblieben und rügen mangelnde Transparenz, eingeschränkten Zugang zu Rechtsberatung sowie Risiken für Schutzbedürftige.
Am Freitag zuvor hatten die Behörden nach eigenen Angaben in einer anderen Aktion 295 Personen aufgegriffen; 146 seien freiwillig nach Marokko zurückgekehrt. Die Ereignisse stehen im Kontext anhaltender Migrationsbewegungen über die nordafrikanische Exklave und wiederkehrender Koordinierungsmaßnahmen zwischen nationalen Sicherheitskräften und Verwaltungsstellen. Wie viele Personen in den kommenden Tagen faktisch betroffen sein werden, gaben die zuständigen Stellen nicht an. Beobachter fordern transparente Dokumentation und Sicherstellung des Zugangs zu rechtlichem Beistand für alle Betroffenen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).