In Ceuta haben Policía Nacional und Guardia Civil am 18. September mit einer groß angelegten Verlegung von Menschen begonnen, die seit einer Massenankunft Ende Juli an den Stränden Benítez und El Trampolín in provisorischen Lagern ausharrten. Ziel ist ein temporäres Aufnahmezentrum am Hafen von Ceuta. Nach Angaben lokaler Behörden wurden in einer ersten Phase mehrere Tausend Personen in das Hafengelände gebracht; aus der Stadtverwaltung war von rund 3.000 Betroffenen die Rede. Offiziell ist von rund 1.700 Plätzen im neuen Lager die Rede, was auf Engpässe bei der Unterbringung hindeutet.
Die Maßnahme folgte einem Beschluss vom 17. September, mit dem eine Kammer der Audiencia Nacional einen Eilantrag der Polizeigewerkschaft SUP gegen die Nutzung der Hafenflächen zurückwies. Damit war der Weg frei für das staatliche Vorgehen. Beim Transfer kam es zeitweise zu Gedränge und vereinzelten Auseinandersetzungen. Medienberichten zufolge setzten Einsatzkräfte in Einzelfällen Warnschüsse in die Luft sowie körperlichen Zwang ein, um Menschenansammlungen aufzulösen und Sammelpunkte zu sichern. Offizielle Angaben zu Verletzten lagen zunächst nicht vor.
Der Vorsitzende der Partido Popular, Alberto Núñez Feijóo, erklärte am selben Tag in Melilla, die Szenen zeigten, dass die Regierung „nicht in der Lage sei, die öffentliche Ordnung zu gewährleisten“. Er behauptete zudem, einige Ankommende suchten nicht nach Arbeit, sondern stellten sich den Sicherheitskräften entgegen. Diese wertende Darstellung steht im Gegensatz zu der behördlichen Einstufung der Lage als Migrations- und Aufnahmesituation nach irregulären Grenzübertritten. Das Innenministerium und die Delegation der Regierung in Ceuta verteidigten die Verlegung als notwendige logistische und humanitäre Maßnahme, um Betreuung, Registrierung und Prüfung der individuellen Fälle zu verbessern.
Hintergrund ist die Überlastung der Kapazitäten vor Ort nach der massiven Einreise am 30. und 31. Juli, woraufhin im August eine Lage von Interesse für die nationale Sicherheit ausgerufen wurde. Mit der Verlegung in das Hafenlager sollen kurzfristig Versorgung und Ordnung verbessert werden. Zugleich bleiben zentrale Fragen offen: wie schnell Verfahren bearbeitet, vulnerable Gruppen angemessen geschützt und längerfristige Unterkünfte bereitgestellt werden können. Juristische und parlamentarische Prüfungen zum Einsatz von Infrastruktur, zum Umgang mit Minderjährigen und zur Dauer von Unterbringungen ohne formelle Aufnahmeentscheidung sind angekündigt oder bereits anhängig. Beobachter erwarten, dass das Management der Lage in Ceuta die innenpolitische Auseinandersetzung über Migration, Kompetenzen zwischen Staat und Stadt sowie die Rolle europäischer Unterstützung weiter prägen wird.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).