Der Partido Regionalista de Cantabria (PRC) hat am 30. Oktober 2026 eine proposición no de ley im Parlamento de Cantabria registriert, um ein schulisches Programm namens „Pasaporte Cantabria“ auf den Weg zu bringen. Die Initiative zielt darauf, dass Schülerinnen und Schüler der Primar- und Sekundarstufe die Geschichte, das Kulturerbe und die Traditionen der Autonomen Gemeinschaft direkt vor Ort kennenlernen.
PRC-Abgeordnete Paula Fernández Viaña stellte den Vorstoß in Camargo vor – bei einem Besuch in der Cueva de El Pendo und der Käserei El Pasiego. Nach ihrer Darstellung sollen Schulen künftig Besuche ausgewählter Orte aus einem landesweiten Katalog organisieren, darunter Museen, historische Stätten und kulturelle Einrichtungen. Die Exkursionen würden von altersgerechten didaktischen Materialien begleitet; die Teilnahme der Kinder und Jugendlichen soll in einem physischen oder digitalen Pass mit Stempeln dokumentiert werden.
Geplant ist laut PRC, dass Gemeinden, Museen, kulturelle Institutionen und Vereinigungen zusammenarbeiten, um passende Lernpfade für die verschiedenen Schulstufen zu entwickeln. Das Programm solle kein reines Freizeitangebot sein, sondern im Unterricht verankert werden. Damit auch ländliche Regionen gleichberechtigt teilnehmen können, fordert die Partei den Gobierno de Cantabria auf, Finanzierung und Organisation so auszugestalten, dass weder der Wohnort noch die wirtschaftliche Lage der Familien über den Zugang entscheiden.
Politisch verknüpft der PRC den Vorstoß mit der Debatte um den currículo cántabro. Fernández Viaña warf der Regionalpräsidentin María José Sáenz de Buruaga mangelnden Willen vor, vereinbarte Punkte zum Bildungsplan aus früheren Haushaltsabsprachen umzusetzen. Aus Sicht der Regionalisten soll das Pasaporte Cantabria dazu beitragen, regionale Inhalte systematisch in die Schulbildung einzubinden.
Offen ist, ob die regional regierende Partido Popular (PP) den Vorschlag mitträgt oder eigene Alternativen vorlegt. Die Umsetzung hängt von parlamentarischer Unterstützung, Haushaltsentscheidungen und der Koordination zwischen dem Parlamento de Cantabria, dem Gobierno de Cantabria, Kommunen und Bildungsträgern ab. Eine Entscheidung über Zeitplan und Ausgestaltung steht noch aus; die Initiative ist nicht bindend und bedarf weiterer Beschlüsse, um wirksam zu werden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).