Umwelt

Nueva Pescanova stoppt Antrag für Oktopusfarm in Las Palmas

Nueva Pescanova hat am 23. Juli 2026 der Autoridad Portuaria de Las Palmas mitgeteilt, den Konzessionsantrag für eine Oktopusfarm am Puerto de La Luz y de Las Palmas zurückzuziehen. Als Gründe nennt das Unternehmen…

Kernmeldung: Nueva Pescanova hat am 23. Juli 2026 der Autoridad Portuaria de Las Palmas den Rückzug des Verfahrens zur Vergabe einer Konzession für eine Aquakulturanlage am Puerto de La Luz y de Las Palmas erklärt. Die Hafenbehörde kündigte an, das seit Mai 2021 laufende Aktenverfahren zu archivieren. Das Unternehmen begründet den Schritt mit „kommerziellen und regulatorischen“ Gründen, darunter veränderte Bedingungen und zusätzliche Anforderungen der Comisión Autonómica de Evaluación Ambiental. Zugleich betont Nueva Pescanova, der Rückzug bedeute nicht, dass Oktopuszucht grundsätzlich technisch oder ökologisch unmöglich sei. Der Vorgang betrifft Las Palmas de Gran Canaria auf den Islas Canarias.

Hintergrund: Das Projekt war 2021 öffentlich geworden. 2022 stellte Nueva Pescanova nach eigenen Angaben eine Investition von rund 65 Millionen Euro in Aussicht, mit dem Ziel, in der Nähe des Hafens eine weltweit erste industrielle Oktopusfarm samt Verarbeitungsanlage zu errichten. Frühere Planungen sahen vor, bis zu 3.000 Tonnen Oktopus pro Jahr zu produzieren.

Kontroverse: Der Plan rief von Beginn an Widerspruch hervor. Forschende sowie Tierschutz- und Umweltorganisationen kritisierten wissenschaftliche Unsicherheiten bei der Haltung von Kopffüßern, ethische Fragen angesichts der zugeschriebenen kognitiven Fähigkeiten von Oktopussen und potenzielle ökologische Auswirkungen. NGOs wie AnimaNaturalis, FAADA und CIWF organisierten Kampagnen und Eingaben gegen die Genehmigung des Projekts.

Verfahren: Maßgeblich waren in den vergangenen Jahren die verwaltungsrechtlichen Prüfungen und insbesondere die verlangte Umweltverträglichkeitsprüfung durch die Comisión Autonómica de Evaluación Ambiental. In Berichten und Mitteilungen wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass sich die Anforderungen im Laufe des Verfahrens verändert haben. Nach Unternehmensangaben trugen diese Veränderungen zum Rückzug bei. Mit dem formalen Schritt endet das konkrete Konzessionsverfahren in Las Palmas; ausgeschlossen ist damit nicht, dass das Unternehmen an anderer Stelle oder mit angepasster Technik erneut ansetzt.

Einordnung und Ausblick: Spanien kennt bislang kein spezifisches Verbot industrieller Oktopusfarmen. Verbände fordern nun, Tierschutz- und Umweltstandards für die Haltung kognitiv anspruchsvoller Meerestiere gesetzlich zu präzisieren oder entsprechende Anlagen grundsätzlich zu untersagen. Nueva Pescanova verweist auf wirtschaftliche und verfahrensbezogene Gründe; Aussagen über neue Projekte oder Standorte liegen nicht vor. Die weitere Debatte dürfte sich damit von einem einzelnen Vorhaben auf die generellen Kriterien für Oktopuszucht in Spanien verlagern.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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