Aragón

Neue Studie: Jäger in der Cueva de Chaves passten ihre Jagd an Tierzyklen an

Ein internationales Team hat Zahn- und Knochenfunde aus der Cueva de Chaves (Bastarás, Huesca) ausgewertet. Die im September 2026 im International Journal of Osteoarchaeology veröffentlichte Studie belegt saisonal organisierte Jagd im Magdaleniense.

Ein internationales Forschungsteam legt neue Ergebnisse zur Cueva de Chaves bei Bastarás (Huesca) vor. Die im September 2026 im International Journal of Osteoarchaeology veröffentlichte Studie zeigt, dass Gruppen des Magdaleniense vor etwa 15.000 Jahren ihre Jagd an jahreszeitliche Zyklen der Beutetiere und an lokale Landschaftsbedingungen anpassten. Beteiligt waren Fachleute der Universidad de Zaragoza, der Università di Pisa und des Muséum national d’Histoire naturelle.

Die Analyse stützt sich auf Zahn- und Knochenreste der Iberischen Steinbockart Capra pyrenaica aus einer Magdaleniense-Schicht, die in den 1980er und 1990er Jahren von Pilar Utrilla ausgegraben wurde. Altersbestimmungen an Zähnen und Sterblichkeitsprofile werden mit Messungen stabiler Isotope (δ13C, δ18O) verknüpft. Nach Angaben der Autorinnen und Autoren erlauben diese Daten Rückschlüsse auf Fortpflanzungszeiten, saisonale Bewegungsmuster und Habitatnutzung der Tiere. Daraus leiten sie wiederkehrende Jagdphasen in bestimmten Jahreszeiten ab, was auf eine detaillierte Kenntnis des Geländes und der Verfügbarkeit von Wild hindeutet.

Die Befunde fügen sich in das Bild hochspezialisierter Jagdstrategien im Vorgebirge der Pyrenäen in Aragonien und präzisieren die Umwelt- und Siedlungsinterpretation des späten Jungpaläolithikums in der Region. Zugleich unterstreicht die Arbeit die Bedeutung von Sammlungen aus älteren Grabungen: Ein Teil des Fundkontextes von Chaves ist später zerstört worden, sodass die systematische Auswertung archivierter Materialien besonderes Gewicht erhält.

Der Beitrag trennt Beobachtungen, Zuschreibungen und Deutungen: Empirisch gesichert sind die saisonalen Muster in den Capra-Daten sowie Hinweise auf wiederholte Bejagung derselben Areale. Hypothesen zur sozialen Organisation, zur Größe der Gruppen oder zu ihrer jährlichen Mobilität bleiben ausdrücklich vorläufig und werden für weitere Forschungen benannt. Methodisch hebt das Team die Kombination aus Altersprofilen, Zahnisotopie und archäologischer Kontextanalyse hervor, die auch für andere Fundstellen der Region anwendbar sei.

Mit der Cueva de Chaves rückt eine der wichtigsten prähistorischen Stätten Nordostspaniens erneut in den Fokus. Die Ergebnisse liefern eine belastbare Grundlage, um Wanderungsrouten, saisonale Lagerplatznutzung und Ressourcenteilung im Magdaleniense des oberen Ebro-Raums künftig feiner zu modellieren. Für die Regionalforschung in Huesca zeigt die Studie, wie interdisziplinäre Ansätze und internationale Kooperationen neue Aussagen selbst dann ermöglichen, wenn Feldarbeiten lange zurückliegen oder Kontexte beschädigt wurden.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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