Knapp 100 Schafe der Schäferin Elsa Fernández sind am 21. August 2026 nach einer etwa fünfstündigen Transhumanz (span. trashumancia) von Valdemorillo nach Fresnedillas de la Oliva in der Sierra Oeste heimgekehrt. Das Tierwohl- und Rückkehrmanöver folgte auf die Evakuierung des Bestands während des Großbrands, der die westliche Bergregion der Comunidad de Madrid wochenlang in Atem hielt.
Der Waldbrand war Ende Juli ausgebrochen und wurde am 4. August nach Behördenangaben unter Kontrolle gebracht. In der Summe verbrannten rund 27.000 Hektar Vegetation und Forstflächen. Fernández hatte ihre Tiere in letzter Minute in die Nachbargemeinde Valdemorillo gebracht, bevor die Flammen die Umgebung ihres Hofs erreichten.
Begleitet wurde der Rücktrieb von mehr als einem Dutzend Freiwilligen und örtlichen Hirten. Die Strecke wurde in Etappen mit Pausen absolviert, um die Tiere zu tränken und geschwächte Abschnitte sicher zu queren. Fernández, die sich über das Netzwerk Ganaderas en Red seit Jahren für die extensive Weidehaltung einsetzt, erklärte vor Ort, Teile ihrer Weideflächen seien nur leicht in Mitleidenschaft gezogen worden, weil die Herde die Vegetation kurz halte und so die lokale Brandlast reduziere.
Die Rückkehr ist damit mehr als ein logistischer Schritt: Fernández verknüpft sie ausdrücklich mit der Forderung, die extensive Viehhaltung als Bestandteil der Präventionsstrategie anzuerkennen. Diese Sichtweise ist unter Forstleuten verbreitet, die Beweidung als ein Instrument zur Reduktion brennbarer Biomasse in mosaikartig genutzten Kulturlandschaften beschreiben. Ob und in welchem Umfang solche praktischen Ansätze in regionale und nationale Programme integriert werden, ist eine politische Entscheidung; sie setzt verlässliche Finanzierung und langfristige Planung voraus.
Nach dem Brand hat die Regionalverwaltung der Comunidad de Madrid Wiederaufbau- und Präventionsmaßnahmen in Aussicht gestellt. Für die betroffenen Gemeinden in der Sierra Oeste steht kurzfristig die Sicherung von Infrastruktur und die Pflege geschädigter Flächen an. Mittel- bis langfristig geht es um die Stabilisierung von Betrieben wie dem von Fernández, deren Weidemanagement zugleich als Beitrag zur Resilienz der Landschaft gegen künftige Brände gesehen wird. Die Rückkehr der Herde markiert in diesem Sinne einen kleinen, aber symbolträchtigen Schritt in Richtung Normalität – und hält die Debatte über die Rolle der Transhumanz in Spaniens feuergefährdeten Regionen präsent.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).