Murcia

Murcia prüft Übernahme europäischer Slow-Tourismus-Praktiken nach Treffen in Amiens

Die Region Murcia will Erkenntnisse aus dem Interreg-Europe-Projekt SlowDown in ihre Tourismuspolitik einfließen lassen. Delegierte kehrten vom Treffen in Amiens (22.–24. September 2026) mit übertragbaren Ansätzen zurück.

Die Region Murcia will Ansätze für Slow-Tourismus aus dem europäischen Kooperationsprojekt SlowDown in ihre Förderinstrumente und Strategiepapiere integrieren. Delegierte der Comunidad Autónoma de la Región de Murcia waren vom 22. bis 24. September 2026 beim sechsten interregionalen Treffen in Amiens vertreten. Gastgeber war Amiens Métropole. Nach Angaben der Beteiligten standen Naturtourismus, nachhaltige Mobilität und die Aufwertung lokaler Ressourcen im Mittelpunkt.

Die regionale Dirección General de Competitividad y Calidad Turísticas benannte als nächste Schritte die Prüfung von Messinstrumenten für Wirkungen des Tourismus, die Förderung langsamer Mobilitätsangebote sowie die stärkere Einbindung lokaler Netzwerke in Planung und Umsetzung. Ein konkreter Zeitplan für Pilotprojekte in Murcia wurde in den veröffentlichten Mitteilungen nicht genannt. Die Region betont, dass bewährte Praktiken nicht eins zu eins kopiert, sondern an rechtliche, organisatorische und finanzielle Rahmenbedingungen vor Ort angepasst werden sollen.

SlowDown wird über Interreg Europe gefördert und vereint Regional- und Kommunalverwaltungen sowie Entwicklungsagenturen. In Amiens wurden Beispiele aus dem Partnerkreis vorgestellt. Als Referenz galt die Initiative Primavera Slow nel Delta del Po aus der italienischen Po-Delta-Region, die in der Good-Practice-Datenbank von Interreg Europe geführt wird. Nach Angaben der Partner dient sie der Streckung der Saison und der Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten. Zugleich verwiesen die Gastgeber auf Defizite bei Indikatoren und Monitoring, die projektweit bearbeitet werden sollen.

Für Murcia ist der Austausch mit europäischen Regionen ein Baustein, um ein weniger intensives, qualitativ ausgerichtetes Tourismusmodell zu fördern. Die regionalen Stellen verweisen darauf, Ergebnisse aus Amiens in laufende Arbeiten an Strategiepapiere und mögliche Förderaufrufe einzuspeisen. Ob und wann einzelne Ansätze in konkrete Programme übersetzt werden, hängt nach Darstellung der Beteiligten von internen Abstimmungen und der Ausgestaltung nationaler und europäischer Finanzierungsinstrumente ab.

Der Termin in Amiens war damit vor allem ein technischer Arbeitsschritt im Projektzyklus. Politische Entscheidungen in Murcia stehen noch aus. Klar ist jedoch, dass die Region den europäischen Vergleich nutzt, um bestehende Instrumente zu schärfen: präzisere Wirkungsmessung, engere Kooperation mit lokalen Anbietern und Mobilitätslösungen, die das Reisen verlangsamen und regionale Angebote besser verbinden. Die weitere Entwicklung wird sich an der Einbindung dieser Bausteine in die Arbeit der Comunidad Autónoma de la Región de Murcia und ihrer Partner messen lassen.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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