Nach schweren Ausschreitungen in der Nacht zu Sonntag im Zentrum von Barcelona hat die Polizei 128 Menschen festgenommen, davon 72 Minderjährige. Das bestätigten die Mossos d'Esquadra am Sonntag. Den Angaben zufolge versammelten sich am Samstagabend rund 500 Jugendliche rund um die Plaça Catalunya und griffen kurz nach dem Zusammenkommen Einsatzkräfte an, zündeten Container an und verwüsteten Teile der Innenstadt. 23 Geschäfte wurden beschädigt oder geplündert, die Feuerwehr löschte 33 Brände am städtischen Mobiliar.
Die Chefin der Mossos d'Esquadra, Sílvia Catà, sprach im Sender RAC1 von einem „ungewöhnlichen Ablauf“ und betonte, es habe sich nicht um eine übliche Demonstration gehandelt. Nach ihren Angaben liegen den Ermittlern Hinweise vor, dass „organisierte Gruppen“ über soziale Netzwerke, namentlich TikTok, gezielt Jugendliche angeworben und zur Gewalt mobilisiert haben. Diese Einschätzung ist eine Darstellung der Polizei; nähere Details zu den Gruppen nannten die Behörden zunächst nicht.
Aus den polizeilichen Mitteilungen geht hervor, dass die Mehrheit der festgenommenen Minderjährigen 16 oder 17 Jahre alt ist; vereinzelt wurden 14-Jährige registriert. Insgesamt wurden sechs Frauen festgenommen. Nur zwei der Festgenommenen waren den Angaben zufolge vorbestraft. Parallel zu den Festnahmen stellten die Beamten 68 Verwaltungsanzeigen aus, unter anderem wegen des Mitführens von Messern, Sprays und Pyrotechnik. An den Einsätzen waren neben den Bereitschaftseinheiten der Mossos auch die Guardia Urbana und die Feuerwehr beteiligt.
Die Festgenommenen sollen der Justiz vorgeführt werden. Die Ermittlungen konzentrieren sich darauf, ob hinter der Mobilisierung eine koordinierte Steuerung oder lose vernetzte Gruppen stehen und wer als möglicher Organisator strafrechtlich in Betracht kommt. Die Behörden prüfen zudem, wie künftige Versammlungen dieser Art präventiv adressiert werden können, ohne legitime Protestformen zu beschneiden.
Nach Angaben aus mehreren regionalen Medien decken sich die wesentlichen Zahlen zu Festnahmen, Altersstruktur und Sachschäden mit den offiziellen Meldungen vom späten Samstag und frühen Sonntag. Aussagen zu Motiven und Verantwortlichen gelten als vorläufig und bleiben Gegenstand laufender Ermittlungen durch die Mossos d'Esquadra. Die Stadtverwaltung Barcelonas und die Generalitat signalisierten, die Folgen für Sicherheit, Ordnung und Jugendarbeit zu bewerten und Maßnahmen mit den Sicherheitskräften abzustimmen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).