Der Präsident der Junta de Andalucía, Juanma Moreno, hat am 12. Oktober 2026 in Brüssel bei der Eröffnung der Europäischen Woche der Regionen und Städte eine stärkere Rolle der Regionen in der Europäischen Union gefordert. Europa solle „nicht nur in Brüssel, sondern auch in seinen Städten, Dörfern und Regionen“ gestaltet werden, sagte er laut einer Mitteilung der andalusischen Regionalregierung.
Moreno verband seine Grundsatzposition mit konkreten politischen Feldern. Er hob die Kohäsionspolitik, die Gemeinsame Agrarpolitik und den Binnenmarkt als tragende Instrumente für Wachstum, Innovation und Ausgleich zwischen den Gebieten hervor. Diese Politikbereiche müssten planungssicher und verlässlich bleiben, um Investitionen in Regionen wie Andalusien zu ermöglichen. Zudem verwies er auf Projekte, die mit EU-Mitteln modernisiert wurden, und forderte, bewährte Förderinstrumente nicht auszudünnen.
Besonders nachdrücklich thematisierte Moreno die Lage von Ceuta. Die spanische Exklave sei „südliche Außengrenze der Europäischen Union“ und stehe unter anhaltendem Druck, so seine Darstellung. Der Schutz Ceutas bedeute auch den Schutz Europas; deshalb brauche die Stadt sichtbare europäische Unterstützung. Sicherheitsfragen dürften dabei nicht isoliert betrachtet werden, betonte er, sondern müssten mit sozialer Stabilität und Chancen für junge Menschen, etwa beim Zugang zu Wohnraum, verknüpft werden.
Moreno sprach im Rahmen des Plenums des Europäischen Ausschusses der Regionen und plädierte dafür, dessen Stellung im EU-Gefüge zu festigen. Das Gremium, in dem gewählte Vertreterinnen und Vertreter aus Städten und Regionen mitwirken, solle aus seiner Sicht früher und verbindlicher in Gesetzgebungsprozesse einbezogen werden. Das würde die Umsetzung von EU-Vorhaben vor Ort verbessern und die demokratische Legitimation europäischer Entscheidungen stärken.
Die Teilnahme Morenos an der Eröffnung der Europäische Woche der Regionen und Städte sowie seine Hinweise auf die Rolle Ceutas wurden von überregionalen spanischen Medien aufgegriffen. In den vergangenen Monaten hatte er wiederholt dafür geworben, Anliegen der Grenzregionen auf europäischer Ebene stärker zu berücksichtigen. Mit seinem Auftritt in Brüssel verknüpfte er diese Forderungen mit der laufenden Diskussion über die Ausrichtung der Kohäsionsmittel in der neuen Finanzperiode und mit der Frage, wie die EU den gesellschaftlichen Zusammenhalt in ihren Mitgliedstaaten sichern kann.
Moreno stellte seine Position als Beitrag zu einem Europa dar, das Nähe herstellt, Ungleichheiten abbaut und seine Außengrenzen wirksam sichert. Prognosen zu konkreten Beschlüssen machte er nicht; er warb jedoch dafür, die Debatte in den EU-Institutionen zügig voranzubringen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).