Der andalusische Regierungschef Juanma Moreno hat am 23. September 2026 in Mullingar (Irland) vor dem Präsidium des Europäischen Ausschusses der Regionen die Wohnungskrise als eines der größten Probleme Europas bezeichnet und wirksame, territorial angepasste Antworten gefordert. Er verlangte, dass Regionen und Kommunen mehr Spielraum und verlässliche Finanzierungsinstrumente erhalten, um sozialen Wohnungsbau, Sanierungen und Maßnahmen gegen Zweckentfremdung gezielt umzusetzen.
Moreno sprach laut der Junta de Andalucía bei der Sitzung des Präsidiums und verwies dabei auf unterschiedliche regionale Ausgangslagen: Ballungsräume mit stark steigenden Mieten stünden ländlichen Gebieten mit Leerstand gegenüber. Ausdrücklich mahnte er, europäische Vorgaben so auszugestalten, dass sie flexible Umsetzungen vor Ort zulassen und nicht zu starren Standards erstarren. Zugleich brauche es belastbare Förderrahmen, damit Investitionen planbar seien.
Als Beispiel für territoriale Besonderheiten nannte Moreno die Lage in Ceuta. Die Grenzsituation der spanischen Exklave zeige, dass europäische Politiken regionale Unterschiede systematisch berücksichtigen müssten. Konkrete Maßnahmen in Andalusien ordnete er in einen größeren Zusammenhang ein: Infrastruktur- und Energiewendeprogramme würden zunehmend mit Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik verknüpft, um Flächen effizient zu nutzen und Bestände zu modernisieren.
Der Europäische Ausschuss der Regionen führt die Debatte zur Wohnungspolitik seit Längerem. In seinen Stellungnahmen würdigt er zwar EU-Initiativen, etwa zu Kurzzeitvermietungen, fordert jedoch zusätzliche Investitionen und eine stärkere Rolle der Regionen. Morenos Intervention reiht sich in diese Linie ein. Ob die Europäische Kommission, der Rat der Europäischen Union oder das Europäische Parlament Vorschläge aus dem Ausschuss der Regionen übernehmen, hängt von künftigen Gesetzgebungsverfahren und Haushaltsverhandlungen ab.
Faktische Angaben zu Ort, Datum und Rahmen der Rede stützen sich auf Mitteilungen der Junta de Andalucía und auf Veröffentlichungen des Europäischen Ausschusses der Regionen. Die zitierten Einschätzungen und Forderungen sind Moreno zuzurechnen. Unmittelbare Beschlüsse wurden in Mullingar nicht bekannt; es handelte sich um eine politische Positionsbestimmung mit Blick auf anstehende Debatten auf europäischer Ebene.
Andalusien ist von der Entwicklung unmittelbar betroffen. In Städten verschärfen Nachfrage und begrenztes Angebot die Preisdynamik, während periphere Landesteile mit dem Erhalt von Beständen und Infrastruktur ringen. Vor diesem Hintergrund plädierte Moreno für eine Wohnungsagenda, die Investitionen bündelt, Genehmigungsverfahren vereinfacht und kommunale Steuerungsinstrumente stärkt, ohne lokale Besonderheiten zu nivellieren.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).