Kurzmeldung
Der Genetiker Lluís Montoliu hat am 29. Oktober 2026 in Logroño davor gewarnt, Ausgaben generativer Systeme der Künstlichen Intelligenz ungeprüft in wissenschaftliche Arbeiten zu übernehmen. Montoliu, Vizedirektor am Centro Nacional de Biotecnología (CNB) des Consejo Superior de Investigaciones Científicas (CSIC) und Mitglied des CIBERER-Netzwerks beim Instituto de Salud Carlos III, trat im Rahmen der universitären Veranstaltungen an der Universidad de La Rioja auf. Anlass war der für diesen Tag angekündigte "Día de Bienvenida del Doctorando" sowie begleitende Vorträge zum verantwortungsvollen Umgang mit KI im Forschungsalltag.
Er empfahl Promotionsstudierenden ausdrücklich, Modellantworten gezielt mit Fragen aus dem eigenen Fachgebiet zu konfrontieren: Nur wer ein Thema wirklich beherrsche, könne fehlerhafte oder erfundene Angaben zuverlässig erkennen und belegen. Montoliu betonte, dass generative Modelle zwar nützliche Routinetätigkeiten erleichtern könnten, zugleich aber plausibel klingende, falsche Daten erzeugten, die sich unentdeckt in Texte, Dateninterpretationen oder Gutachten einschleichen könnten.
Darüber hinaus plädierte er für verbindliche Ausbildungsbestandteile an Hochschulen: Technische Einweisung allein reiche nicht aus, es brauche Lehrangebote zur Quellenprüfung, zur Dokumentation von Unsicherheit und zu institutionellen Regeln für die Offenlegung von Modellgrenzen. Betreuerinnen und Betreuer sowie Prüfungsgremien müssten in diesen Prozessen einbezogen werden, damit Qualitätsstandards gewahrt blieben.
Wissenschaftliche Evidenz, dass fachkundiges Befragen von Modellen in allen Disziplinen zuverlässig Fehlinformationen verhindert, fehlt nach aktuellem Forschungsstand; Montoliu stellte seine Empfehlungen deshalb als begründete, aber kontinuierlich zu evaluierende Praxis dar. Sein Vortrag fügt sich in eine breitere Debatte in Spanien über die Integration von Künstlicher Intelligenz in Forschung und Lehre, die zuletzt in mehreren öffentlichen Veranstaltungen und Medienberichten diskutiert wurde.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).