Die Regierung der Ciudad Autónoma de Melilla hat am 26. September 2026 ihren Widerstand gegen neue Einrichtungen für Migrantinnen und Migranten bekräftigt. Vizepräsident Miguel Marín erklärte, die Stadt werde sich gegen zusätzliche Zentren zur kurzfristigen Unterbringung oder Identifizierung wenden – gleichgültig, ob es sich um ein Centro de Estancia Temporal de Inmigrantes oder ein Centro de Atención Temporal de Extranjeros handelt. Die Kontrolle der Außengrenze sei Aufgabe des Staates; sollten staatliche Liegenschaften ohne Zustimmung der Stadt genutzt werden, prüfe Melilla rechtliche Schritte.
Auslöser ist eine Reihe von Signalen aus Madrid: Innenminister Fernando Grande-Marlaska hatte Anfang September die Einrichtung je eines Centro de Atención Temporal de Extranjeros in Ceuta und Melilla in Aussicht gestellt. Am 21. September bestätigte die Delegierte der Zentralregierung in Melilla, Sabrina Moh, das Innenministerium suche einen Raum, um Personen nach irregulären Grenzübertritten zu identifizieren und zu registrieren. Zugleich betonte sie, dies bedeute nicht automatisch die Schaffung eines zweiten Centro de Estancia Temporal de Inmigrantes. Tags darauf wurde klargestellt, dass keine Flächen des Verteidigungsministeriums dafür genutzt werden sollen; konkrete Bauvorhaben in Melilla liegen nach regionalen und nationalen Berichten derzeit nicht vor.
Die Stadtregierung argumentiert, zusätzliche Einrichtungen wirkten als Magnet und überforderten lokale Kapazitäten. Sie fordert stattdessen rasche Entscheidungen des Innenministeriums zu Grenzsicherung, Transportlogistik und Verfahren für Rückführungen. Vertreterinnen und Vertreter der Zentralregierung verweisen demgegenüber auf flexible, temporäre Strukturen zur Identifizierung als Bestandteil des Krisenmanagements bei erhöhten Ankünften. Eine endgültige Entscheidung über Umfang, Standort und genaue Funktion möglicher temporärer Einrichtungen in Melilla steht weiterhin aus.
Der Konflikt spiegelt eine breitere Debatte über Zuständigkeiten zwischen der Zentralregierung und der autonomen Stadt an der Außengrenze der Europäischen Union. In Ceuta und Melilla verlaufen die Landgrenzen Spaniens zu Marokko; bei kurzfristig ansteigenden Ankünften geraten Unterbringung und Registrierung regelmäßig unter Druck. Während Melilla den Staat zu wirksameren Kontrollen und klaren Verfahren drängt, betont das Innenministerium die Notwendigkeit, Identifizierung, Dokumentation und gegebenenfalls Verteilung administrativ abzusichern. Ob und in welcher Form ein Centro de Atención Temporal de Extranjeros in Melilla eingerichtet wird, bleibt offen. Bis dahin setzt die Stadt auf Prävention an der Grenze und lehnt neue stationäre Kapazitäten vor Ort ab.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).