Baskenland

Melgosa wirbt in Eibar für gemeinsamen Schutz von Kindern vor Bildschirmrisiken

Bei einem Treffen von Altxa Burua in der Universidad Laboral de Eibar hat Nerea Melgosa am 3. Oktober 2026 zu gemeinschaftlichem Handeln gegen Risiken der Bildschirmnutzung im Kindes- und Jugendalter aufgerufen und auf aktuelle…

Am 3. Oktober 2026 hat die baskische Ministerin für Wohlfahrt, Jugend und demografische Herausforderung, Nerea Melgosa, beim zweiten Treffen der Familien- und Fachvereinigung Altxa Burua in der Universidad Laboral de Eibar zu geschlossenem Handeln gegen Risiken exzessiver Bildschirmnutzung im Kindes- und Jugendalter aufgerufen. Schutz dürfe nicht mit Schuldzuweisung an Eltern einhergehen, sagte Melgosa. Stattdessen brauche es abgestimmte Elternbildung, Angebote in Schulen und Unterstützung durch Gemeinden.

Melgosa stützte sich auf den jüngsten regionalen Bericht von UNICEF Euskadi, dessen zentrale Befunde in Eibar diskutiert wurden. Demnach erhalten Kinder in Euskadi ihr erstes Mobiltelefon im Durchschnitt mit etwa elf Jahren; rund 73,7 Prozent der Unter-13-Jährigen sind bereits in mindestens einem sozialen Netzwerk registriert. Der erste Kontakt mit pornografischen Inhalten erfolgt im Mittel mit etwa zwölf Jahren, häufig unbeabsichtigt. Zugleich berichteten laut dem Bericht viele Jugendliche von einem „weißen“ Profil für die Familie und einem zweiten, nicht offen gelegten Account.

Vor diesem Hintergrund verwies die Ministerin auf den Vorschlag des Lehendakari für einen Acuerdo Social Vasco zum verantwortlichen Umgang mit Bildschirmen. Diskutiert werden europaweit anschlussfähige Leitplanken: keine Bildschirme für Kinder von null bis zwei Jahren, maximal eine Stunde tägliche Nutzung für Drei- bis Sechsjährige sowie Zugang zu sozialen Netzwerken erst ab 15 Jahren. Es handelte sich um politische Orientierungslinien; konkrete Beschlüsse wurden in Eibar nicht gefasst. Nach Angaben des Departamento de Bienestar, Juventud y Reto Demográfico sollen die Vorschläge in einen breiteren Konsultationsprozess einfließen.

In der Hauptrede plädierte der Psychologe Francisco Villar für die Stärkung von Schutzfaktoren und für kritisches Denken im digitalen Alltag. Werden normale Beziehungs- und Entwicklungsprozesse durch ständige Bildschirmnutzung unterbrochen, drohten negative Folgen, so Villar. Nötig seien niedrigschwellige Unterstützungsangebote für Familien und klare Absprachen zwischen Elternhaus, Schule und Kommune.

Die von Altxa Burua organisierte Veranstaltung versammelte nach Angaben der Organisatoren rund 250 Teilnehmende in Eibar. Ziel war es, Erfahrungen zu teilen, Initiativen vorzustellen und Netzwerke zu festigen. Begleitend verwies das Ministerium auf rechtliche und strategische Grundlagen: Die Ley de Infancia y Adolescencia de Euskadi und der V Plan de Familias priorisieren Kinderrechte auch im digitalen Raum. Im laufenden Jahr trat zudem Altxa Burua dem Consejo Vasco de Familias bei, dem unter anderem Hirukide, UNICEF und Save the Children angehören.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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