Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in der Region Murcia berichtet von finanziellen Engpässen: 55,1 Prozent geben an, bis zum Monatsende zumindest „einige Schwierigkeiten“ zu haben. Das geht aus dem am 15. Oktober 2026 veröffentlichten XVI. Bericht „El Estado de la Pobreza 2026“ der Red Europea de Lucha contra la Pobreza y la Exclusión Social in Spanien hervor. Für das Jahr 2025 weist EAPN-ES in der Region eine AROPE-Rate von 32,5 Prozent aus, was knapp 515.000 Personen entspricht.
Die Kennziffer AROPE (Armut oder soziale Ausgrenzung) setzt sich aus drei Komponenten zusammen. Für die Region Murcia nennt der Bericht für 2025 eine Armutsrisikorate von 26,7 Prozent, eine schwere materielle und soziale Entbehrung von 9,6 Prozent sowie einen Anteil von 10,0 Prozent an Haushalten mit niedriger Erwerbsintensität. Parallel dazu liegt das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in der Region bei 12.554 Euro im Jahr und damit 3.066 Euro unter dem spanienweiten Mittel. Nach Einschätzung von EAPN-ES hat sich die reale Kaufkraft seit 2008 nicht erholt.
Besonders belastet sind bestimmte Bevölkerungsgruppen. Höhere AROPE-Raten verzeichnet der Bericht für Frauen (34,1 Prozent), Minderjährige (44,6 Prozent) sowie Haushalte, die am freien Markt zur Miete wohnen (48,2 Prozent). Bei Erwerbslosen liegt der AROPE-Wert bei 57,2 Prozent, bei Menschen mit Behinderungen bei 36,1 Prozent. Zugleich wird eine leichte Verbesserung bei der schweren materiellen und sozialen Entbehrung gegenüber dem Vorjahr vermerkt: 2024 lag sie bei 11,2 Prozent.
Die ausgewiesenen Werte beruhen auf der Erhebung zu den Lebensbedingungen 2025 (ECV) des Instituto Nacional de Estadística und den darauf aufbauenden Berechnungen von EAPN-ES. Die Organisation betont, dass die Belastungslage in der Region Murcia strukturell sei. Zwar liegt die AROPE-Rate 2025 unter dem Niveau von 2015, die Region bleibe aber deutlich hinter den Zielen der Agenda 2030 zurück.
Aus den Ergebnissen leitet EAPN-ES politischen Handlungsbedarf ab. Gefordert werden eine verlässlichere Einkommenssicherung, gezielte arbeitsmarktpolitische Instrumente und eine Ausweitung sozialer Leistungen, um Haushalte mit geringen Einkommen zu entlasten. Prognosen über die weitere Entwicklung enthält der Bericht nicht; die Autoren verweisen auf die Notwendigkeit, bestehende Maßnahmen zu evaluieren und an die Preis- und Mietdynamik anzupassen.
Die Einordnung der Lage in Murcia als überdurchschnittlich angespannt ergibt sich aus der Kombination hoher AROPE-Werte, unterdurchschnittlicher Einkommen und einer verbreiteten subjektiven Belastung bei den laufenden Ausgaben. Damit bestätigt der Bericht eine anhaltende soziale Verwundbarkeit in der Region, trotz punktueller Verbesserungen bei einzelnen Indikatoren.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).