Kurzmeldung
Forscherinnen und Forscher der Universidad de Navarra haben in Zusammenarbeit mit der Fundación Mapfre am 24. September 2026 die Studie „Dieta, pantallas y síntomas de TDAH en la infancia. Resultados del Proyecto SENDO“ vorgestellt. Die prospektive Analyse umfasst 568 Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren, die über einen Zeitraum von zwei Jahren beobachtet wurden. Im standardisierten Screening zeigte sich ein relatives Risiko von 2,16 für das Erfüllen von Screening-Kriterien für eine mögliche Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung bei Kindern, die täglich zwei oder mehr Stunden vor Bildschirmen verbringen, verglichen mit Kindern mit weniger als einer Stunde Bildschirmzeit.
Die Datenerhebung berücksichtigte neben der Mediennutzung auch Ernährungsgewohnheiten. Ein höherer Konsum ultraverarbeiteter Lebensmittel war laut Bericht mit schlechteren Ergebnissen in mehreren Verhaltensdimensionen verbunden, darunter Hyperaktivität, Probleme in Beziehungen zu Gleichaltrigen, vermindertes prosoziales Verhalten sowie Aufmerksamkeitsprobleme. Die Autorinnen und Autoren betonen ausdrücklich, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt; daraus lassen sich keine kausalen Schlussfolgerungen ziehen. Genetische und neurobiologische Einflüsse bleiben nach wie vor zentrale Faktoren bei der Entstehung von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung.
Die Studienleiterin Nerea Martín (Universidad de Navarra) und Vertreterinnen der Fundación Mapfre sehen die Befunde als Grundlage für präventive Empfehlungen: Begrenzung der täglichen Bildschirmzeit im Vorschulalter und Förderung einer Ernährung mit weniger ultraverarbeiteten Produkten. Der Bericht nennt keine konkreten Gesetzesvorschläge, empfiehlt jedoch, dass Eltern, Kinderärztinnen und Kinderärzte sowie Bildungseinrichtungen konsistente Alltagsregeln und leicht umsetzbare Routinen fördern.
Die Ergebnisse fügen sich in eine wachsende internationale Literatur ein, die Zusammenhänge zwischen Mediennutzung, Ernährungsqualität und psychischer Gesundheit im frühen Kindesalter untersucht. Die Autorinnen und Autoren fordern weitergehende, methodisch robuste und langfristigere Studien, um mögliche Ursache‑Wirkungs-Beziehungen zu klären und Handlungsoptionen genauer zu bestimmen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).