Aktuell

Marokkos Justizminister fordert Spanien zur Rückführung von Überlebenden und Verstorbenen des Ceuta-Übergangs auf

Abdellatif Ouahbi verlangt von Spanien die Repatriierung der Überlebenden und der Leichname nach dem massenhaften Grenzübertritt am 30. Juli am Übergang El Tarajal nach Ceuta. Madrid hat zu Verfahren und Terminen bislang nichts Konkretes…

Marokkos Justizminister Abdellatif Ouahbi hat Spanien am Samstag, 22. August, aufgefordert, sowohl die überlebenden Migranten als auch die Leichname der Verstorbenen nach dem massenhaften Grenzübertritt am 30. Juli am Übergang El Tarajal nach Ceuta nach Marokko zu überstellen. Über die Forderung berichtete unter anderem Europa Press unter Verweis auf Äußerungen Ouahbis. Aus Madrid lagen zunächst keine Details zu Verfahren, Zuständigkeiten und möglichen Terminen vor.

Spanische Behörden hatten die Ereignisse an der Grenze dokumentiert und Ermittlungen zu den Todesfällen eingeleitet. In Ceuta wurden bereits erste Opfer bestattet. Unklar ist, welche rechtlichen und forensischen Schritte in Spanien vor einer möglichen Übergabe der Leichname noch abzuschließen sind und in welcher Form die marokkanische Seite ihren Wunsch gegenüber der spanischen Regierung formell eingebracht hat.

Der Vorstoß aus Rabat fällt in eine Phase erhöhter Spannungen rund um Ceuta. Erst am Vortag hatte Ouahbi öffentlich ein „historisches Recht“ Marokkos auf Ceuta und Melilla reklamiert. Die Regierung in Madrid betont seit jeher die spanische Souveränität über beide Städte an der nordafrikanischen Küste. Parallel dazu waren in den vergangenen Wochen aus Rabat wiederholt Forderungen zur Rückführung unbegleiteter Minderjähriger erhoben worden.

Das spanische Innenministerium veröffentlichte Anfang August eine Mitteilung zur Lage in Ceuta nach den Ereignissen vom 30. Juli. Offiziell bezifferte Opferzahlen und eine abschließende Bilanz der Rettungs- und Identifizierungsarbeiten wurden von den zuständigen Stellen bislang nicht als abgeschlossen gemeldet. Die Lage betrifft zugleich mehrere Rechtsbereiche: strafrechtliche und verwaltungsrechtliche Verfahren in Spanien, die internationale Zusammenarbeit bei Identifizierung und Bestattung sowie bilaterale Absprachen zur Rückführung.

Zugeschriebene Motive und Interessen sind klar unterscheidbar: Ouahbis Forderungen sind politisch motiviert und zielen auf eine rasche Repatriierung von Überlebenden und Verstorbenen. Madrid verweist auf rechtliche Verfahren und die spanische Zuständigkeit für Vorgänge auf dem Gebiet von Ceuta. Wie beide Seiten die praktischen Modalitäten – etwa Identifizierung, Konsularbenachrichtigung und Transport – gestalten wollen, ist offen.

Die Erklärung vom 22. August setzt einen neuen Akzent in der seit Ende Juli anhaltenden Auseinandersetzung um die Vorgänge am Übergang El Tarajal. Sie verschärft den diplomatischen Klärungsbedarf zwischen Madrid und Rabat, ohne dass bislang ein konkreter Zeitplan oder eine gemeinsame Verfahrensregel bekannt geworden wäre.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk