Madrid, 7. September 2026. Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska sieht weiterhin keine Belege dafür, dass die jüngste Migrationskrise in Ceuta gezielt gesteuert wurde. „Kein Bericht“ weise eine konkrete Urheberschaft nach, sagte er am Montag in Madrid. Er erneuerte zugleich sein Vertrauen in Marokko und betonte die Zusammenarbeit beider Länder in Sicherheits- und Migrationsfragen.
Die Aussage bezieht sich auf die massenhafte Einreise von Menschen nach Ceuta Ende Juli, die in Behördenangaben und Medienberichten mit über 72.000 registrierten Grenzübertritten beziffert wurde. Nach Marlaskas Darstellung liegt den spanischen Stellen „kein logisches, vernünftiges und objektiv gestütztes Element“ vor, das auf eine Intervention Marokkos oder eines anderen Staates schließen lasse. Er verwies auf Analysen des Centro Nacional de Inteligencia, der Policía Nacional und der Guardia Civil sowie auf Unterlagen, die dem Nationalen Gerichtshof vorliegen. Diese Einschätzungen seien der aktuelle Stand der spanischen Dienste; sie könnten sich mit weiteren Ermittlungsergebnissen ändern.
Marlaska äußerte sich am Rande der Vorstellung der vorläufigen Sommerbilanz zur Verkehrssicherheit bei der Dirección General de Tráfico in Madrid. Dort unterstrich er, die Zusammenarbeit mit Marokko setze auf Vertrauen und liefere operative Ergebnisse in der Grenzsicherung. Zugleich vermied er Schuldzuweisungen und sprach von einer weiterhin komplexen Lage an der EU-Außengrenze in Nordafrika. Konkrete Angaben dazu, wie viele der Ende Juli eingereisten Menschen noch in Ceuta sind oder wie viele Rückführungen erfolgt sind, machte er nicht. Zahlen hierzu waren in den vergangenen Wochen je nach Quelle unterschiedlich und wurden teils nachträglich korrigiert.
Faktisch bestätigt sind die außergewöhnliche Größenordnung der Grenzübertritte Ende Juli und die anschließenden Einsätze spanischer und marokkanischer Sicherheitskräfte. Ob es sich dabei um eine koordinierte Aktion handelte, ist nach offizieller Lesart weiterhin offen. Marlaskas heutige Einordnung ist eine politische Bewertung auf Basis vorliegender Berichte; sie ersetzt keine gerichtliche Feststellung. Weitere Ermittlungen von Polizei und Justiz dauern an.
Aus Regierungskreisen wird seit Wochen die Linie bekräftigt, mit Marokko in der Migrationssteuerung eng zu kooperieren. Beobachter verweisen darauf, dass die Frage nach möglichen politischen Motiven sensibel ist und die bilateralen Beziehungen belastet. Der Minister stellte dennoch klar, dass Spanien seine Grenz- und Migrationspolitik fortlaufend anpasst und Entscheidungen auf nachprüfbare Informationen stützt.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).