Die Mancomunidad del Embalse del Atazar hat am 15. Oktober 2026 das Dokumentationsvorhaben „Las Pastoras del Valle Bajo del Lozoya“ vorgestellt. Das Projekt macht Erfahrungsberichte von Frauen zugänglich, die in der Sierra Norte de Madrid seit ihrer Kindheit als Hirtinnen arbeiteten. Geplant sind eine audiovisuelle Sammlung mit Interviews, eine fotografische Ausstellung sowie begleitete Veranstaltungen an mehreren Orten der Mancomunidad, darunter La Cabrera.
Nach Angaben der Organisatoren wurden bislang rund ein Dutzend Zeitzeuginnen aufgezeichnet. Die Interviewten beschreiben, wie der Alltag zwischen Schulweg, Herdenarbeit und Hauswirtschaft ausbalanciert wurde und welche Aufgaben Mädchen und Jungen in landwirtschaftlich geprägten Familien übernahmen. Die Kuratierung des dokumentarischen Teils verantwortet María Julián Prados. Die Ausstellungen und Vorführungen sollen bis in den Herbst hinein an wechselnden Stationen im Valle del Lozoya gezeigt werden.
Die Initiatoren betonen den Charakter des Materials als immaterielles Kulturerbe: Es erschließt Arbeitswissen, lokale Techniken und Erzählweisen, die bislang selten festgehalten wurden. In den aufgezeichneten Gesprächen wird zudem deutlich, dass formale Bildung für viele Mädchen der Nachkriegsjahrzehnte nur eingeschränkt zugänglich war und Lernen häufig innerhalb der Dorfgemeinschaft stattfand. Diese Einschätzungen stammen aus Projektbeschreibungen und Veranstaltungsankündigungen der Mancomunidad del Embalse del Atazar.
Regionale Einrichtungen sehen in der Sammlung eine Grundlage für Vermittlung in Schulen, Bibliotheken und Kulturhäusern der Comunidad de Madrid. Geplant sind moderierte Gespräche zwischen den Zeitzeuginnen und jüngeren Generationen, um berufliche Chancen, Care-Arbeit und die Veränderung ländlicher Ökonomien vergleichbar zu machen. Aussagen zu möglichen politischen Programmen oder wirtschaftlichen Effekten gehen über den derzeit belegbaren Rahmen hinaus und werden nicht getroffen.
Das Projekt ist in einen breiteren Kontext von Erinnerungsarbeit im Norden der Region eingebettet, zu dem auch Kooperationen mit Museen, Archiven und Bildungsakteuren in Gemeinden des Parque Nacional Sierra de Guadarrama zählen. Der aktuelle Nachrichtenanlass ist die öffentliche Präsentation der ersten Ergebnisse und Formate am 15. Oktober 2026. Weitere Termine in Orten der Sierra Norte de Madrid sind angekündigt und werden von der Mancomunidad fortlaufend kommuniziert.
Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).