Die Comunidad de Madrid hat am 30. September 2026 eine Strategie zum Erhalt von Familienbetrieben vorgestellt. Kernstück ist eine digitale Plattform, die Inhaberinnen und Inhaber ohne familieninternen Nachfolger mit interessierten Gründerinnen, Gründern und Managerinnen oder Managern zusammenführt. Die Regionalregierung will so geordnete Betriebsübergaben erleichtern und die Schließung wirtschaftlich tragfähiger Unternehmen vermeiden. Für die Umsetzung bis 2029 sind etwas mehr als 16 Millionen Euro vorgesehen.
Die Plattform befindet sich laut Consejería de Economía in der Entwicklung. Sie soll Profile abgleichbar machen, Kontakte strukturieren und den Prozess des „relevo generacional“ mit standardisierten Schritten, rechtlichen Hinweisen und begleitenden Angeboten unterstützen. Nach Angaben der Regionalverwaltung ist eine kontinuierliche Begleitung durch die Übergabephase vorgesehen, um Abläufe zu ordnen und Risiken zu begrenzen. Konkrete Starttermine und Antragsfristen sollen in den kommenden Wochen benannt werden.
Finanziell flankiert wird das Vorhaben durch Förderlinien, die vor allem kleine und mittlere Betriebe adressieren. Geplant sind unter anderem Zuschüsse von 10.000 Euro für die Einführung von Künstlicher Intelligenz in Unternehmensprozesse. Die Regierung verweist darauf, dass technologische Modernisierung Übergaben erleichtert, indem sie Dokumentation, Geschäftsabläufe und Kundenbeziehungen transparenter macht.
Regulatorischer Rahmen ist die Ley de Apoyo a la Empresa Familiar, die am 30. Juni 2026 von der Asamblea de Madrid verabschiedet wurde. Das Gesetz sieht steuerliche Entlastungen und Vereinfachungen vor, um Eigentums- und Führungswechsel zu erleichtern. Mit der nun präsentierten Strategie ergänzt die Regionalregierung diese Vorgaben um operative Instrumente und Beratungsangebote.
Die Präsidentin Isabel Díaz Ayuso hatte wiederholt betont, der Erhalt der Unternehmensnachfolge sei ein wirtschafts- und beschäftigungspolitisches Ziel der Region. Nach Darstellung der Regierung stärkt eine Kombination aus steuerlichen Anreizen, digitaler Vermittlung und gezielter Förderung die Wettbewerbsfähigkeit und sichere Arbeitsplätze. Ob die erhofften Effekte eintreten, hängt von der Reichweite der Plattform, der Qualität der Begleitung und der Inanspruchnahme der Hilfen ab. Erfahrungen aus anderen Regionen zeigen, dass Vermittlungstools ohne verlässliche rechtliche, steuerliche und finanzielle Unterstützung nur begrenzte Wirkung entfalten.
Die nächsten Schritte umfassen die technische Fertigstellung der Plattform, die Veröffentlichung der Teilnahmebedingungen sowie die Präzisierung der Förderrichtlinien. Unternehmen und potenzielle Übernehmende in Madrid können sich laut Consejería de Economía auf ein schrittweise ausgerolltes Angebot einstellen, das Matching, Beratung und Finanzierung bündelt.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).